Zir­kus Flic Flac: Atem­be­rau­ben­des Spek­ta­kel

Sprün­ge mit Motor­cross­rä­dern über die Köp­fe des Pu­bli­kums und kraft­vol­le Akro­ba­tik ge­hö­ren zur Show beim Zir­kus Flic Flac.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Im Zelt des Zir­kus Flic Flac ist es an­ge­nehm warm. Fast al­le der 1400 ge­pols­ter­ten Plät­ze sind be­setzt. Aus dem Off er­tönt ei­ne Stim­me und ver­kün­det: „Die Show kann je­den Mo­ment be­gin­nen.“Dann geht das Licht aus. Aus zwei Zu­schau­er­auf­gän­gen strö­men merk­wür­di­ge Ge­stal­ten ins Zelt. Sie tra­gen grau­brau­ne Ho­sen und Ja­cken mit Num­mern auf den Rü­cken. Wä­re Hal­lo­ween, könn­te man mei­nen, die Zom­bies sei­en los. Die Ge­stal­ten wir­ken blass und ver­stört. Es sind Sträf­lin­ge. Hin­ter ih­nen be­tre­ten Po­li­zis­ten das Zelt. Sie pas­sen auf, dass kein Häft­ling flieht. Ihr Weg en­det in der Ma­ne­ge, die ei­gent­lich ei­ne run­de Holz­büh­ne ist. Alarm er­tönt. Die atem­be­rau­ben­de und mit­rei­ßen­de Show des Zir­kus Flic Flac be­ginnt.

Dmi­triy Ma­krus­hin und Dmi­triy Ta­ra­sen­ko zei­gen kraft­vol­le Höchst­leis­tun­gen. So ma­chen sie ei­nen Hand­stand nicht et­wa auf dem Bo­den, son­dern auf dem Kopf des je­weils an­de­ren oder auf des­sen nach oben ge­reck­ten Fuß­soh­len. Sol­che Dar­bie­tun­gen sind das Mar­ken­zei­chen des Zir­kus Flic Flac, bei dem es kei­ne Tie­re in der Ma­ne­ge gibt. Nun fällt der schwar­ze Vor­hang, der hin­ter der Büh­ne hing. Zum Vor­schein kom­men Ge­fäng­nis­zel­len, in de­nen die In­sas­sen to­ben. Ei­ne Band spielt li­ve und be­glei­tet je­de ein­zel­ne Dar­bie­tung. Die Ar­tis­ten­trup­pe „AirTrack“zeigt ra­san­te Turn­übun­gen auf ei­ner rie­si­gen Mat­te. Da­bei über­schla­gen sich die sechs Her­ren so schnell, dass sich je­der fragt, wie ei­nem da nicht schlecht wird. Nun muss die Büh­ne um­ge­baut wer­den.

Der Mas­ter of Hell­fi­re, ein Thü­rin­ger mit brei­tes­tem Dia­lekt er­scheint. Er wird im­mer wie­der auf­tre­ten und ei­ne Mi­schung aus Feu­er­künst­ler und Clown ge­ben. Zwar ist sein Auf­tritt mit Gi­tar­re und bren­nen­der Le­der­ja­cke durch­aus ge­lun­gen, doch für La­cher sorgt er vor al­lem mit sei­ner Spra­che. Die Büh­ne ist um­ge­baut und er­scheint nun als Ge­fäng­nis­zel­le. Aus ei­nem Bett rä­kelt sich Ju­lia Ga­len­chyk an zwei ro­ten Luft­net­zen bis un­ter die vie­le Me­ter ho­he Zelt­de­cke. Ge­si­chert ist sie da­bei nicht. Ein fal­scher Griff und die Ukrai­ne­rin stürzt ab. Doch das tut sie nicht. Statt­des­sen zeigt sie ei­ne kraft­vol­le Kür. Be­zau­bernd ist der Auf­tritt von Jon­gleur Vla­dik Miag­kos­tou­pov. Zwar zeigt er ei­gent­lich ei­ne ty­pi­sche Jon­gla­geNum­mer, doch das nicht et­wa auf dem Bo­den, son­dern wäh­rend er an ei­nem Seil über den Köp­fen der Zu­schau­er schwebt. Be­vor es in die Pau­se geht, sprin­gen sechs Akro­ba- ten von ei­ner Rie­sen­schau­kel bis un­ter die Zelt­de­cke und stür­zen dann mit kunst­vol­len Fi­gu­ren auf ei­ne di­cke Turn­mat­te. Je­den ein­zel­nen die­ser toll­küh­nen Sprün­ge quit­tiert das Pu­bli­kum mit Bei­fall.

Nach Roll­schuh­a­kro­ba­tik und ei­ner Turn­num­mer an ei­nem schwe­ben­den Ring folgt ein ech­ter Hin­gu­cker. Die En­g­län­de­rin Lau­ra Mil­ler schwebt durch die Luft und stürzt plötz­lich gen Bo­den, um in ei­nem rie­si­gen Was­ser­be­cken zu lan­den. Durch­nässt steigt die Ni­xe wie­der nach oben, um trop­fen­sprü­hend un­ter der Zelt­de­cke zu tan­zen. Im­mer wie­der taucht sie ein und lan­det schließ­lich im bren­nen­den Bas­sin. Doch das gro­ße Fi­na­le soll noch kom­men. Mit acht Motor­cross­rä­dern gleich­zei­tig ra­sen die Ar­tis­ten durch ei­ne über­di­men­sio­na­le Stahl­ku­gel. Dass sie sich nicht be­rüh­ren oder stür­zen, er­scheint den Zu­schau­ern bei­na­he wie ein Wun­der. Ih­re Dar­bie­tung ist atem­be­rau­bend und spek­ta­ku­lär. Doch es geht noch bes­ser. Aus ei­nem der Zu­schau­er­auf­gän­ge sprin­gen drei Mo­tor­rad­fah­rer über die Köp­fe des Pu­bli­kums hin­weg und lan­den auf der an­de­ren Sei­te des Zel­tes. Nun, da die Show nicht mehr zu top­pen ist, en­det sie nach ex­akt zwei St­un­den.

Wer die Pre­mie­re ver­passt hat, der hat noch bis zum 10. Ja­nu­ar die Ge­le­gen­heit, sich die Show an­zu­schau­en. Die Ti­ckets kos­ten zwi­schen 19 und 49 Eu­ro. Und das Bes­te: Be­reits jetzt steht fest, dass Flic Flac auch im kom­men­den Jahr wie­der, eben­falls im De­zem­ber, Sta­ti­on in Mön­chen­glad­bach ma­chen wird und meh­re­re Wo­chen bleibt.

RP-FOTOS (2): JÖRG KNAP­PE

Die „Ex­pen­da­bles“sind ein Ar­tis­ten-Quar­tett, das im Zir­kus Flic Flac kraft­vol­le Akro­ba­tik zeigt. Da wer­de Py­ra­mi­den ge­baut und Hand­stän­de auf Köp­fen ge­macht. Jon­gleur Vla­dik Miag­kos­tou­pov schwebt bei sei­ner Dar­bie­tung über den Köp­fen der Zu­schau­er und jon­gliert mit Bäl­len.

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