WTO ei­nigt sich nur bei Agrar-Sub­ven­tio­nen

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

NAI­RO­BI (dpa) Die mehr als 160 Mit­glied­staa­ten der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) ha­ben sich auf den Ab­bau von Ex­port­sub­ven­tio­nen für Agrar­pro­duk­te ver­stän­digt. Die Ver­ein­ba­rung ist Teil ei­nes „Nai­ro­bi-Pa­kets“mit meh­re­ren Maß­nah­men im Agrar­be­reich, auf das sich die WTOHan­dels­mi­nis­ter nach zä­hen Ver­hand­lun­gen in der ke­nia­ni­schen Haupt­stadt ei­nig­ten.

Ei­ne ge­mein­sa­me Hal­tung zur Zu­kunft der Doha-Ent­wick­lungs­run­de fan­den sie je­doch bei der Welt­han­dels­kon­fe­renz in Afri­ka nicht. Statt­des­sen wird in der per Kon­sens­ver­fah­ren an­ge­nom­me­nen Schlus­ser- klä­rung auf ge­gen­sätz­li­che Po­si­tio­nen zwi­schen In­dus­trie­staa­ten und Ent­wick­lungs­län­dern in die­ser Fra­ge ver­wie­sen.

In­di­en und Venezuela ga­ben ih­re Kri­tik dar­an zu Pro­to­koll. Es sei ent­täu­schend, dass es der WTO nicht ge­lun­gen sei, sich auf ein kla­res Be­kennt­nis zur Fort­set­zung der Do­haA­gen­da zu ver­stän­di­gen, er­klär­te In­di­ens Han­dels­mi­nis­te­rin Nir­ma­la Sit­ha­ra­man. Die 2001 im Emi­rat Ka­tar von den WTO-Mit­glie­dern ver­ein­bar­te Doha-Agen­da hat die Li­be­ra­li­sie­rung des Welt­han­dels bei zu­gleich be­son­de­rer För­de­rung der Ent­wick­lungs­län­der zum Ziel.

Die USA und die EU wol­len nach 14-jäh­ri­gen, weit­ge­hend er­folg­lo­sen Doha-Ge­sprä­chen ei­ne Neu­aus­rich­tung der WTO mit Ver­hand­lun­gen über neue The­men der Glo­ba­li­sie­rung. Vie­le Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­der for­dern hin­ge­gen die Fort­set­zung der Doha-Run­de.

Un­ge­ach­tet die­ser Ge­gen­sät­ze sprach WTO-Ge­ne­ral­di­rek­tor Ro­ber­to Aze­vêdo von ei­nem Er­folg. Es sei­en meh­re­re Ver­ein­ba­run­gen er­reicht wor­den, von de­nen ins­be­son­de­re die ärms­ten Län­der pro­fi­tier­ten. Die WTO ha­be be­wie­sen, dass sie trotz al­ler Kri­tik hand­lungs­fä­hig sei. Die EU lob­te die eben­falls im Kon­sens an­ge­nom­me­ne WTO-Ver­ein­ba­rung zum Ab­bau von Ex­port­sub­ven­tio­nen für Agrar­pro­duk­te als „Mei­len­stein“. Staat­li­che Bei­hil­fen für den Agrar­ex­port sol­len völ­lig ver­schwin­den. Ent­wick­lungs­län­der be­kom­men da­für Zeit bis 2023, und die mehr als 50 am we­nigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­der der Welt (LDC) müs­sen dies erst bis En­de 2030 um­set­zen. Auch die deut­sche Wirt­schaft äu­ßer­te sich lo­bend. Die Ver­ein­ba­run­gen er­öff­ne­ten „ge­ra­de den am we­nigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­dern neue Mög­lich­kei­ten, sich stär­ker in den Welt­han­del zu in­te­grie­ren“, so der Deut­schen In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer­tag.

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