Ei­ne Täu­schung

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Karl Lan­ders Leverkusen

Der an­lau­fen­de Sy­ri­en-Ein­satz un­se­rer Bun­des­wehr ist zu be­deut­sam, als dass er mit der glei­chen ver­harm­lo­sen­den Rhe­to­rik (ver­glei­che Ko­so­vo, Af­gha­nis­tan, Ma­li u. a.) in der Öf­fent­lich­keit me­di­al un­ter­geht. Wenn ich die Äu­ße­run­gen der Bun­des­re­gie­rung hö­re, klingt das für mich so, als ob „ope­ra­ti­ve Hek­tik“die „geis­ti­ge Wind­stil­le“der po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen ver­de­cken soll. Wie sonst ist es zu ver­ste­hen, ei­ner­seits den Bun­des­wehr-Ein­satz als mo­ra­lisch-bünd­nis­ver­pflich­tend und al­ter­na­tiv­lo­se Ak­ti­on zu ver­kau­fen, an­de­rer­seits der Rea­li­tät aus­zu­wei­chen, den an­ste­hen­den Ein­satz als Krieg zu be­zeich­nen? Ein sol­ches un­ehr­li­ches Täu­schungs­ma­nö­ver hat wäh­rend des Kriegs­ein­sat­zes in Af­gha­nis­tan bei­na­he zehn Jah­re zu Ver­drän­gung und Ver­harm­lo­sung des Ein­sat­zes in der deut­schen Öf­fent­lich­keit ge­führt. Auch jetzt scheint sich die Bun­des­re­gie­rung die­ser Pra­xis zu be­die­nen.

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