Zu­satz-Die­sel­steu­er er­gibt kei­nen Sinn

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GE­ORG WIN­TERS

Na­tür­lich muss man Die­sel-Fahr­zeu­ge bei der Mi­ne­ral­öl­steu­er nicht bes­ser stel­len als Ben­zi­ner. Der Ver­weis der Bran­che auf ei­ne ge­rin­ge­re CO2-Be­las­tung und die Ver­bes­se­rung beim Kli­ma­schutz zieht nur teil­wei­se. Denn Stick­oxi­de be­las­ten die In­nen­städ­te, und die VW-Kri­se hat uns klar­ge­macht, wie we­nig wir über Stick­oxid-Emis­sio­nen im rea­len Stra­ßen­ver­kehr wis­sen. Dass die Ab­gas-Tests ab Herbst 2017 ver­läss­li­cher wer­den sol­len, ist nur ein schwa­cher Trost.

Der Die­sel-Vor­teil an der Tank­stel­le ent­springt dem Ein­fluss der Au­to­lob­by. Den­noch ist ei­ne zu­sätz­li­che Die­sel­steu­er, wie sie das Um­welt­bun­des­amt ge­for­dert hat, zu ein­sei­tig ge­dacht. Man kann Die­sel-Fah­rern nicht mehr Mi­ne­ral­öl­steu­er ab­ver­lan­gen und die Fahr­zeu­ge gleich­zei­tig bei der Kf­zS­teu­er deut­lich schlech­ter stel­len als Ben­zi­ner. Die Steu­er­fra­ge muss im Ge­samt­pa­ket ge­löst wer­den. Wer den Um­welt­schutz auf der Stra­ße zur eu­ro­päi­schen Fra­ge er­hebt, muss das auch bei den fi­nan­zi­el­len Las­ten tun. Und wer wie das Um­welt­amt Die­sel­Fahr­zeu­ge aus den In­nen­städ­ten ver­ban­nen will, soll­te das erst tun, wenn er ei­nen prak­ti­ka­blen Vor­schlag hat, wie Wa­ren in die Städ­te trans­por­tiert wer­den sol­len. Al­les an­de­re ist rei­ner Ak­tio­nis­mus. BE­RICHT

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