Ab­schie­bung ist Recht

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Die Ab­schie­bung ei­nes chan­cen­lo­sen Asyl­be­wer­bers mag im Ein­zel­fall hart und un­barm­her­zig er­schei­nen, doch ist der Voll­zug des Rechts hier zwin­gend not­wen­dig.

Ge­setz­lich an­ge­ord­ne­te Ab­schie­bun­gen für Wirt­schafts­flücht­lin­ge schaf­fen erst die Frei­räu­me für die Un­ter­brin­gung, Ver­sor­gung und In­te­gra­ti­on je­ner Asyl­be­wer­ber, die bei nach­weis­ba­rer po­li­ti­scher Ver­fol­gung oder bei Flucht vor Krieg oder Völ­ker­mord Asyl be­an­tra­gen. Sie be­grün­den erst die Le­gi­ti­ma­ti­on ei­nes Ver­fas­sungs­staats, zu dem ge­ord­ne­te Asyl­ver­fah­ren ge­hö­ren. Sie sind kei­ne herz­lo­sen Be­hör­den­ak­te, son­dern We­sens­merk­mal ei­nes funk­tio­nie­ren­den Staats. Dar­an soll­te sich auch SPD-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft er­in­nern, die Fa­mi­li­en nicht oh­ne Vor­war­nung ab­schie­ben will.

Na­iv. Wer wird ei­ner Ein­la­dung zur Ab­schie­bung fol­gen, wenn er un­be­dingt blei­ben will? Be­kom­men an­de­re Grup­pen auch ei­nen sol­chen Ra­batt auf den Rechts­staat? Die Zahl der ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­ber, die noch über Mo­na­te, teils Jah­re hier blei­ben, ist zu hoch. Die ak­tu­el­len Zah­len än­dern dar­an nichts. BE­RICHT

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