Hua­wei will an Smart­pho­ne-Spit­ze

Der Tech­nik­kon­zern greift Samsung und App­le im Pre­mi­um­seg­ment an.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY UND FLO­RI­AN RINKE

DÜSSELDORF Bis­lang do­mi­nie­ren zwei Un­ter­neh­men den deut­schen Smart­pho­ne-Markt: Der süd­ko­rea­ni­sche Her­stel­ler Samsung kommt auf rund 40 Pro­zent Markt­an­teil, der US-Her­stel­ler App­le auf rund 20. Dar­an dürf­te sich so schnell auch nichts än­dern, den­noch gibt man sich beim chi­ne­si­schen Her­stel­ler Hua­wei selbst­be­wusst: „Das Weih­nachts­ge­schäft hier­zu­lan­de läuft ex­zel­lent“, er­klär­te Hua­wei-Eu­ro­pa­chef Richard Ren im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. Seit Ok­to­ber lä­ge man – vor So­ny oder HTC – auf Platz 3. Nun wol­len die Chi­ne­sen den Ab­stand zu den füh­ren­den Her­stel­lern wei­ter ver­rin­gern. Der Markt­an­teil soll da­für zu­nächst auf acht Pro­zent stei­gen.

Lan­ge Zeit war das Un­ter­neh­men le­dig­lich Zu­lie­fe­rer von Mo­bil­funk­kon­zer­nen wie Vo­da­fo­ne, Te­le­kom oder Te­le­fó­ni­ca, die un­ter ei­ge­nen Na­men Hua­wei-Ge­rä­te ver­kauf­ten. Doch dann än­der­ten die Chi­ne­sen ih­re Stra­te­gie und ar­bei­ten sich seit­dem vom Her­stel­ler preis­wer­ter Smart­pho­nes ins welt­wei­te Pre­mi­um­seg­ment vor.

Es ist ein müh­sa­mer Auf­stieg, doch so lang­sam trägt er Früch­te. Die Mo­del­le P8 Li­te und Ma­te S gel­ten als in­ter­es­san­te Smart­pho­nes in ih­rer Preis­klas­se. „Wir rü­cken beim Image und bei der Pro­dukt­qua­li­tät zu­neh­mend an die zwei Markt­füh- rer Samsung und App­le her­an“, sagt Ren, „das hängt da­mit zu­sam­men, dass wir bei­spiels­wei­se bei Ak­ku­lauf­zeit oder der Qua­li­tät des Dis­plays gu­te Be­wer­tun­gen der Kun­den und von Me­di­en er­hal­ten.“

Da­bei wird die hie­si­ge Ex­pan­si­on von Düsseldorf aus ge­steu­ert, wo die Eu­ro­pa- und die Deutsch­land­Zen­tra­le sit­zen. Für wei­te­res Wachs­tum will der per­fekt Eng­lisch spre­chen­de Ren vor­ran­gig den Ser­vice aus­bau­en – bei Pro­ble­men am Han­dy soll es schnel­ler Hil­fe ge­ben.

Au­ßer­dem will Hua­wei, gleich­zei­tig ei­ner der welt­größ­ten Netz­aus­rüs­ter, deut­lich mehr mit Au­to­kon­zer­nen zu­sam­men­ar­bei­ten. Kon­kret geht es dar­um, Au­tos mit 5G, der nächs­ten Mo­bil­funk­ge­ne­ra­ti­on, aus­zu­rüs­ten, so dass die­se mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. „Wenn sich im nächs­ten Jahr­zehnt selbst­fah­ren­de Au­tos lang­sam durch­set­zen, wird der Mo­bil­funk der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on da­bei ei­ne sehr gro­ße Rol­le spie­len“, so Ren – und meint da­mit auch Hua­wei.

FOTO: HUA­WEI

Richard Ren ist Eu­ro­pa-Chef von Hua­wei.

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