„Fa­mi­li­en soll­ten sich ,Mon­sieur Clau­de’ an­schau­en“

Die Meer­bu­scher Psy­cho­the­ra­peu­tin gibt Tipps, wie das Fest mit al­len Be­tei­lig­ten ge­lin­gen kann.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - DIE FRA­GEN STELL­TE JES­SI­CA KUSCHNIK.

Gibt es ei­ne all­ge­mei­ne „gol­de­ne Re­gel“für die Fei­er­ta­ge? BREIDLING Es gibt ei­ne Re­gel, die nicht nur zur Weih­nachts­zeit gilt: Al­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der kom­mu­ni­zie­ren früh­zei­tig, was je­der sich zum Fa­mi­li­en­fest vor­stellt und wünscht und was dann in Ab­stim­mung mach­bar ist. Was soll man tun, wenn man bei El­tern, Schwie­ger­el­tern und Groß­el­tern ein­ge­la­den ist – aber na­tur­ge­mäß nicht übe­r­all gleich­zei­tig sein kann? BREIDLING Das lässt sich nicht all­ge­mein be­ant­wor­ten. Hier mag es Tra­di­tio­nen ge­ben, die von al­len oder ei­ni­gen Fa­mi­li­en­mit­glie­dern ger­ne wahr­ge­nom­men wer­den. Auch mit Blick auf Kin­der ist es wün­schens­wert, wenn sie sol­che Tra­di­tio­nen er­le­ben. Wer­den die­se aber als er­drü­ckend erlebt, ist es er­laubt, die tra­di­tio­nel­len Ab­läu­fe zu än­dern und dies den an­de­ren Fa­mi­li­en­mit­glie­dern früh­zei­tig mit­zu­tei­len. Was soll ich ver­schen­ken, da­mit kein Neid auf­kommt? BREIDLING Wich­tig ist, dass je­der sich Ge­dan­ken dar­über macht, ob sich die Be­schenk­ten freu­en wer­den. Man kann nach ei­ner Wun­sch­lis­te fra­gen, aber auch Über­ra­schun­gen sind er­laubt. Si­cher ist es we­nig för­der­lich für leuch­ten­de Kin­der­au­gen, wenn sie ge­ra­de an die­sem Abend ei­ne un­nö­ti­ge Un­gleich- be­hand­lung er­fah­ren. Ent­täu­schun­gen wird man den­noch nicht ganz ver­hin­dern kön­nen. Zum Es­sen: Wie be­kom­me ich Ve­ge­ta­ri­er, Tra­di­tio­na­lis­ten und Lak­to­s­ein­to­le­ran­te un­ter ei­nen Hut? BREIDLING Tra­di­tio­nen spie­len auch hier ei­ne Rol­le, soll­ten aber nicht wie „fest­ge­mei­ßelt“die Ta­fel be­herr­schen. Viel­leicht liegt die Lö­sung in ei­nem jähr­li­chen Wech­sel zwi­schen Ge­rich­ten. Mi­tent­schei­dend – und das nicht zu ge­ring – ist, dass der Kü­chen­chef nicht durch Son­der­wün­sche mehr als nö­tig be­las­tet wird. Wie schaf­fe ich es, mein Weih­nach­ten so zu fei­ern, wie ich es will? BREIDLING Auch wenn Weih­nach­ten ein Fa­mi­li­en­fest ist, spricht nichts da­ge­gen, dass je­des Fa­mi­li­en­mit­glied Raum und Zeit fin­det, sei­nen ei­ge­nen Wün­schen nach­zu­ge­hen. Nicht al­le müs­sen im­mer al­les ge­mein­sam ma­chen. Wie be­en­de ich höf­lich das Fest? Und wie kom­pli­men­tie­re ich den be­trun­ke­nen On­kel aus dem Haus? BREIDLING Viel­leicht bie­tet sich hier die ame­ri­ka­ni­sche Ein­la­dungs­tra­di­ti­on an, bei der von vor­ne­her­ein auf der Ein­la­dung nicht nur der Be­ginn, son­dern auch das En­de mit­ge­teilt wird. Es ist auch in Ord­nung, die Gäs­te zu ei­nem als ge­eig­net emp­fun­den Zeit­punkt zu ver­ab­schie­den. Gibt es ei­ne Emp­feh­lung, wie man sich auf den „Aus­nah­me­zu­stand Weih­nach­ten“vor­be­rei­tet? BREIDLING Es könn­te hilf­reich sein, sich den Film „Mon­sieur Clau­de und sei­ne Töch­ter“mit der Fa­mi­lie an­zu­schau­en. Er zeigt auf sehr un­ter­halt­sa­me Wei­se ei­ne kom­pak­te Fa­mi­li­en­pro­ble­ma­tik und de­ren Ent­schär­fung.

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