As­best: Am Bun­ten Gar­ten geht Angst um

Ein Schild mit ei­ner schwar­zen Hand, dar­un­ter steht „As­best“: So warnt ein Un­ter­neh­men, das die En­g­län­der-Häu­ser am Bun­ten Gar­ten ab­reißt, vor den Ge­fah­ren. Die An­woh­ner ver­mis­sen Aus­sa­gen der Stadt und ver­mu­ten Nach­läs­sig­kei­ten.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON DIE­TER WE­BER

Der Bun­te Gar­ten ge­hört zu den schöns­ten und teu­ers­ten Wohn­la­gen der Stadt. Das wird auch so blei­ben, wenn der­zeit mehr als 50 En­g­län­der-Häu­ser ab­ge­ris­sen wer­den: Wo frü­her Sol­da­ten leb­ten, wer­den neue schö­ne Häu­ser ge­baut. Doch das ist Zu­kunfts­mu­sik. Die An­woh­ner be­schäf­tigt der­zeit das, was auf dem Ge­län­de pas­siert. Oder bes­ser: Wel­chen Ge­sund­heits­ge­fah­ren sie aus­ge­setzt sind. Denn seit­dem an Tü­ren der En­g­län­der-Häu­ser gro­ße Warn­schil­der mit ei­ner über­di­men­sio­nier­ten schwar­zen Hand und der Un­ter­zei­le „As­best“auf­ge­klebt sind, zwei­feln sie, dass al­les ord­nungs­ge­mäß ge­lau­fen ist. „Hier wur­de auf dem Ge­län­de Bau­schutt zer­mah­len, be­vor er ab­ge­fah­ren wur­de. War da si­cher­ge­stellt, dass wir An­woh­ner vor mög­li­chen As­best­fa­sern ge­schützt wa­ren?“, fragt Her­bert Geist.

Fakt ist: Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass in den En­g­län­der-Häu­sern as­best­hal­ti­ge Ma­te­ria­li­en ver­baut wur­den. Der städ­ti­sche Fach­be­reich Bau­ord­nung und Denk­mal­schutz hat En­de Ok­to­ber ei­ne Ab­bruch­ge­neh­mi­gung er­teilt. „Durch Ab­spra­chen mit dem Ab­bruch­un­ter­neh­mer so­wie durch mehr­fa­che Kon­trol­len vor Ort wird si­cher­ge­stellt, dass die not­wen­di­ge Tren­nung der beim Ab­bruch ent­ste­hen­den Ab­fäl­le er­folgt be­zie­hungs­wei­se ein­ge­hal­ten wird“, teilt die Stadt auf An­fra­ge zum Vor­ge­hen mit.

Bis zur 51. Ka­len­der­wo­che – die 50. en­de­te am 13. De­zem­ber – sei­en ne­ben un­ge­fähr­li­chen Ab­fäl­len bis­her ein­zig Dämm­ma­te­ria­li­en an­ge­fal­len, die „un­ter Um­stän­den als ge­fähr­li­che Ab­fäl­le an­zu­se­hen sind“. Und die sei­en se­pa­riert und über „Big-Bags ge­trennt ord­nungs­ge­mäß ent­sorgt“wor­den. Und wei­ter heißt es bei den Um­welt­ex­per­ten der Stadt: „Der Ab­bruch von Ge­bäu­den, in de­nen as­best­ze­ment­hal­ti­ge Ma­te­ria­li­en ver­baut wor­den sind, be­ginnt ab der 51. Ka­len­der­wo­che“– al­so seit ver­gan­ge­ner Wo­che.

Dass die bis­her ab­ge­bro­che­nen Häu­ser as­best­frei ge­we­sen sein sol­len, das zwei­feln An­woh­ner an. Sie hät­ten sich ei­ne bes­se­re In­for­ma­ti­on von der Stadt ge­wünscht. „Ich ha­be mal Ar­bei­ter ge­fragt, war­um sie den Bau­schutt auf dem Ge­län­de la­gern und nicht di­rekt ab­fah­ren. Er sag­te mir, dass es Pro­ble­me mit der De­po­nie ge­ge­ben ha­be. Des­halb hat das Ab­bruch­un­ter­neh­men das Mahl­werk auf­stel­len las­sen und den Schutt selbst zer­klei­nert und ab­ge­fah­ren“, er­zählt An­woh­ner Geist.

Die­se Ängs­te ver­sucht die Stadt zu zer­streu­en. Die Über­wa­chung er­fol­ge in dop­pel­ter Wei­se. Die Be­zirks­re­gie­rung kon­trol­lie­re, ob die Ar­bei- ter ge­schützt sei­en. „Denn die mit sol­chen Ma­te­ria­li­en um­ge­hen­den Ar­bei­ter sind den Ein­wir­kun­gen viel di­rek­ter aus­ge­setzt als die wei­te­re Um­ge­bung“, so die Stadt. Und bei Ein­hal­tung der not­wen­di­gen Ar­beits­schutz­vor­schrif­ten sei di­rekt ge­währ­leis­tet, dass auch für die wei­te­re Um­ge­bung kei­ne Ge­fah­ren be­ste­hen wür­de. Fort­ge­setzt wer­de die Über­wa­chung durch die Stadt, die Kon­troll­dich­te wer­de so­gar er­höht. Die Stadt: „Die re­gel­mä­ßi­gen Vo­r­Ort-Kon­trol­len ge­währ­leis­ten zu­dem, dass sich der Ab­bruch­un­ter­neh­mer un­ter Be­ob­ach­tung fühlt und im Not­fall auch ein­ge­schrit­ten wer­den kann.“

Heu­te Mor­gen hat sich, so die In­for­ma­ti­on von An­woh­nern, die Be­zirks­re­gie­rung an­ge­sagt, um sich die Si­tua­ti­on an­zu­schau­en.

Ein gro­ßer Teil der En­g­län­der-Häu­ser am Bun­ten Gar­ten ist be­reits ab­ge­ris­sen. Jetzt sor­gen sich die An­woh­ner: Hat man As­best-Ma­te­ri­al ord­nungs­ge­mäß ent­sorgt?

RP-FOTOS (2): HANS PE­TER REICHARTZ

An meh­re­ren Tü­ren noch be­ste­hen­der Häu­ser hän­gen die Warn­schil­der: Hier ist As­best im In­ne­ren ver­baut.

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