Man­che For­scher ar­bei­ten auch an Weih­nach­ten

Auch Wis­sen­schaft­ler fei­ern ger­ne Weih­nach­ten. Ei­ni­ge müs­sen an Hei­lig­abend aber ar­bei­ten, zum Bei­spiel auf der In­sel Riems. Dort wer­den Tier­seu­chen un­ter­sucht.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S -

Mö­wen krei­schen. Schilf wiegt sich im Wind. Hübsch ist es auf der klei­nen In­sel Riems in der Ost­see. Doch nur sel­ten Ur­lau­ber ver­ir­ren sich Ur­lau­ber dort­hin. Trotz der tol­len Um­ge­bung woh­nen auch nur we­ni­ge Men­schen hier. Riems ist der Wis­sen­schaft ge­wid­met. Hier be­fin­det sich ei­ne For­schungs­an­stalt. Das In­sti­tut ist gut ge­si­chert: Die Ge­bäu­de sind von ei­nem ho­hen Zaun um­ge­ben. Ka­me­ras über­wa­chen das Ge­län­de. Denn Wis­sen­schaft­ler er­for­schen hier ge­fähr­li­che Tier­seu­chen – die Vo­gel­grip­pe zum Bei­spiel oder die Rin­der­krank­heit BSE. Die­se und an­de­re Tier­krank­hei­ten wer­den oft von Vi­ren oder Bak­te­ri­en her­vor­ge­ru­fen. Sie sind an­ste­ckend. Sie kön­nen al­so von ei­nem Tier auf ein an­de­res über­tra­gen wer­den. Ei­ni­ge von ih­nen kön­nen auch für den Men­schen ge­fähr­lich wer­den. Zu den wich­tigs­ten Auf­ga­ben der Wis­sen­schaft­ler ge­hört es, sol­che Tier­krank­hei­ten schnell zu er­ken­nen und dann bei der Be­kämp­fung zu hel­fen. Ein Bei­spiel: Ir­gend­wo in Deutsch­land er­kran­ken auf ein­mal vie­le Kü­he. Ver­mut­lich ist es ei­ne Tier­seu­che. Aber die Tier­ärz­te fin­den nicht her­aus, wo­durch die Krank­heit aus­ge­löst wird. Dann be­kom­men die For­scher auf Riems je­de Men­ge Ar­beit. Sie er­hal­ten Pro­ben der Tie­re und su­chen im Eil­tem­po nach der Ur­sa­che der Seu­che. Vor ei­ni­gen Jah­ren ha­ben sie so ein Vi­rus ent­deckt, das bis da­hin noch völ­lig un­be­kannt war. Na­tür­lich kann so ein Fall auch Weih­nach­ten ein­tre­ten. Des­we­gen gibt es am In­sti­tut ei­ne Wa­che. Sie ist das gan­ze Jahr be­setzt. Wer­den die Riem­ser For­scher ge­braucht, schaut der Mit­ar­bei­ter in ei­ner Lis­te nach: Wel­cher Wis­sen­schaft­ler hat ge­ra­de Not­dienst? Die­sen ruft er dann an. Der For­scher muss dann schnell ins La­bor kom­men und mit der Ar­beit los­le­gen. „Ich er­in­ne­re mich an ei­ne Weih­nachts­fei­er, auf der plötz­lich so ein An­ruf kam. Ein Kol­le­ge muss­te dann los und ei­ne ver­däch­ti­ge Ge­flü­gel-Pro­be un­ter­su­chen“, er­zählt El­ke Rein­king. Sie ar­bei­tet an dem In­sti­tut. Auch oh­ne sol­che Not­fäl­le gibt es auf der For­schungs­sta­ti­on je­den Tag viel zu tun, auch an Fei­er­ta­gen wie Weih­nach­ten. So müs­sen die Tie­re ver­sorgt wer­den, an de­nen die Wis­sen­schaft­ler die Seu­chen er­for­schen. Zu dem In­sti­tut ge­hö­ren ei­ni­ge Stäl­le und Ge­he­ge. Dort le­ben zum Bei­spiel Mäu­se, Ka­nin­chen, ver­schie­de­ne Ar­ten von Ge­flü­gel, Zie­gen, Al­pa­kas und Flug­hun­de. dpa

FOTO: DPA

Ei­ne Bio­lo­gin ar­bei­tet im For­schungs­la­bor auf der In­sel Riems. Auf dem Foto trägt sie ei­nen Schutz­an­zug.

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