Strei­ten wie die Kes­sel­fli­cker

In der Un­ter­neh­mer­fa­mi­lie „Mail­lin­ger“geht es auch in der vier­ten Epi­so­de drun­ter und drü­ber.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN - VON UL­RI­KE COR­DES

BER­LIN (dpa) Die Mail­lin­gers sind wie­der da. Je­ner Un­ter­neh­mer-Clan um den Schrau­ben­fa­bri­kan­ten Karl (Fried­rich von Thun), des­sen Neu­ro­sen und Macht­kämp­fe Re­gis­seur Rai­ner Kauf­mann be­reits in den Fil­men „Das Bes­te kommt noch“(2009), „In den bes­ten Fa­mi­li­en“(2012) und „Bes­te Be­sche­rung“(2013) mit gro­ßen Schau­spie­lern und fei­ner Iro­nie ins Bild ge­setzt hat. In der vier­ten Psy­cho­ko­mö­die, „Das bes­te al­ler Le­ben“, kehrt heu­te Steu­er­hin­ter­zie­her Karl nach zwei Jah­ren Haft zu­rück aus dem Ge­fäng­nis.

Im Herbst­ne­bel der baye­ri­schen Ber­ge – dort hat der wohl­ha­ben­de Pa­tri­arch ei­ne groß­zü­gi­ge Jagd­hüt­te – ge­hen die be­kann­ten Que­re­len mit sei­nen Kin­dern wei­ter. Denn den längst er­wach­se­nen Söh­nen und Töch­tern fällt es schwer, ih­ren ei­ge­nen Weg zu fin­den. So mag sich der al­te Sch­la­wi­ner auch nicht dar­an er­in­nern, dass Toch­ter An­na (So­phie von Kes­sel, „Bes­ser als Du“) und Sohn Vin­ce (Marc Ho­se­mann) nur un­ter der Be­din­gung die Fir­ma wei­ter­ge­führt ha­ben, dass er sich bei sei­ner Frei­las­sung zu­rück­zieht. Au­ßer­dem scheint sein un­durch­sich­tig-smar­ter Ge­fäng­nis­kum­pel Ed­ward (Chris­toph Let­kow­ski) Annas ehr­gei­zi­ge Plä­ne zu stö­ren, wirkt da­bei al­ler­dings ero­tisch ver­wir­rend auf die kopf­ge­steu­er­te Single­frau.

Karl wie­der­um fin­det die se­xu­el­len Avan­cen sei­ner Freun­din Di­na (Fran­zis­ka Sch­latt­ner) ex­trem an­stren­gend. Die ost­eu­ro­päi­sche Blon­di­ne will ein Kind von ihm und la­gert in las­zi­ven Po­sen im Lot­ter­bett, das sie in der Zwi­schen­zeit an­ge­schafft hat. Mit sei­nem ge­lieb­ten Hund Gustl auf dem Arm wapp­net sich der al­te Er­folgs­mensch ge­gen al­les Bö­se – und kommt am En­de im­mer ir­gend­wie durch. Aber es gibt auch ei­ne Rei­he Ne­ben­hand­lun­gen: Da geht et­wa das Farm­pro­jekt in Afri­ka von Sohn Tom (Arnd Kla­wit­ter) plei­te – der la­bi­le Mann sucht Trost im Al­ko­hol und han­tiert höchst dra­ma­tisch mit dem Jagd­ge­wehr. Mehr Glück hat Öko-Toch­ter Mi­ri­am (An­ne­ke Schwa­be): Als Wald­füh­re­rin für ara­bi­sche Tou­ris­ten ver­dient sie ei­ne Men­ge Geld und mu­tiert so­mit un­frei­wil­lig zur Ka­pi­ta­lis­tin.

All die mehr oder we­ni­ger glaub­wür­di­gen Ge­scheh­nis­se, die durch­aus den Zeit­geist spie­geln, er­zählt der zwei­fa­che Grim­me-Preis­trä­ger Kauf­mann mehr oder we­ni­ger un­auf­ge­regt. Dank der Kunst sei­ner Darstel­ler ent­fal­tet er ein au­ßer­ge­wöhn­lich schil­lern­des Fa­mi­li­enP­sy­cho­gramm mit Coun­try- und Wes­tern-Ele­men­ten.

„Das bes­te al­ler Le­ben“, ZDF, 20.15 Uhr

FOTO: DPA

An­na Mail­lin­ger (So­phie von Kes­sel) liegt im Clinch mit ih­rem Va­ter Karl (Fried­rich von Thun).

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