Ka­len­der­blatt 22. De­zem­ber 2001

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Richard Reid war ei­ne auf­fäl­li­ge Gestalt, die so­fort das Miss­trau­en der Si­cher­heits­kräf­te weck­te. Als der spä­ter als „Schuh­bom­ber“be­kannt ge­wor­de­ne Mann den Flug­ha­fen Charles de Gaul­le bei Pa­ris be­trat und ein Flug­ti­cket oh­ne Rück­flug bar be­zahl­te, ließ die Se­cu­ri­ty ihn zwei St­un­den lang be­fra­gen und an­schlie­ßend von Po­li­zis­ten ab­füh­ren. Doch der Ver­dacht ge­gen Reid (Foto) er­här­te­te sich nicht, und so wur­de er am fol­gen­den Tag frei­ge­las­sen und mit ei­nem Er­satz-Ti­cket für den ge­wünsch­ten Flug nach Mia­mi aus­ge­stat­tet. Am 22. De­zem­ber 2001, we­ni­ge Wo­chen nach den Ter­ror­an­schlä­gen des 11. Sep­tem­ber, ging er an Bord von Ame­ri­can Air­lines Flug 63. In sei­nen Schu­hen steck­te das, was mehr als 24 St­un­den lang von al­len Si­cher­heits­kräf­ten un­ent­deckt ge­blie­ben war: ein ge­fähr­li­cher Spreng­satz. Die Schuh­bom­be wä­re mög­li­cher­wei­se in der La­ge ge­we­sen, ein Loch in die Au­ßen­haut des Flug­zeu­ges zu spren­gen und 197 Men­schen in den Tod zu rei­ßen. Doch ei­ne Ste­war­dess be­merk­te an Bord des Flie­gers, wie Reid ver­such­te, die Bom­be mit ei­nem Streich­holz zu zün­den. Die Flug­be­glei­te­rin und ei­ni­ge Pas­sa­gie­re ver­hin­der­ten den An­schlag. Reid wur­de spä­ter von ei­nem US-Ge­richt zu drei­mal le­bens­läng­lich und vier­mal 20 Jah­re Haft ver­ur­teilt. Seit sei­nem At­ten­tats­ver­such wer­den Flug­gäs­te auf al­ler Welt bei Si­cher­heits­kon­trol­len auf­ge­for­dert, ih­re Schu­he zu zei­gen oder aus­zu­zie­hen.

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