Deut­sche Bank: Zeu­gen über­flüs­sig

Im Pro­zess ge­gen fünf Ma­na­ger er­lei­den die Staats­an­wäl­te ei­nen Rück­schlag.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

MÜNCHEN (rtr) Im Pro­zess ge­gen Deut­sche-Bank-Co-Chef Jür­gen Fit­schen und frü­he­re Topma­na­ger des In­sti­tuts hat das Land­ge­richt München der Staats­an­walt­schaft ei­nen wei­te­ren Dämp­fer ver­setzt. Der Vor­sit­zen­de Rich­ter Pe­ter Noll be­zeich­ne­te zwölf Zeu­gen der An­kla­ge als über­flüs­sig, dar­un­ter den US-Me­di­en­mo­gul Ru­pert Mur­doch und meh­re­re Ban­ker. Ei­ne Ver­neh­mung sei „zur Er­for­schung der Wahr­heit nicht er­for­der­lich“oder „für die Ent­schei­dung oh­ne Be­deu­tung“, so Noll. Zu­gleich mach­te er deut­lich, dass er ho­he Hür­den für ei­ne Ver­ur­tei­lung der Ma­na­ger we­gen ver­such­ten Pro­zess­be­trugs sieht.

Fit­schen, sei­ne Vor­gän­ger Jo­sef Acker­mann und Rolf Breu­er so­wie zwei wei­te­re Ex-Vor­stän­de der Bank ste­hen seit April vor Ge­richt. Die An­kla­ge wirft ih­nen Täu­schungs- ver­su­che in ei­nem Scha­den­er­sat­zpro­zess vor, den der Un­ter­neh­mer Leo Kirch ge­gen das In­sti­tut führte. Kirch und sei­ne Er­ben mach­ten die Bank für die Plei­te des Me­di­en­im­pe­ri­ums 2002 ver­ant­wort­lich, nach­dem Breu­er in ei­nem Interview Zwei­fel an Kirchs Kre­dit­wür­dig­keit ge­äu­ßert hat­te. Der Scha­den­er­satz­streit vor dem Ober­lan­des­ge­richt en­de­te nach Kirchs Tod mit ei­nem 925-Mil­lio­nen-Eu­ro-Ver­gleich.

Die Staats­an­walt­schaft folgt mit ih­rer An­kla­ge der Ein­schät­zung, die das Ober­lan­des­ge­richt sei­ner­zeit ge­äu­ßert hat­te: Dem­nach sol­len die Ban­ker da­mals falsch über ih­re Be­ra­tungs­ge­sprä­che zum Kirch-Kon­zern be­rich­tet ha­ben. Noll er­klär­te nun, dass die Ein­schät­zung des Zi­vil­ge­richts für ihn nicht in St­ein ge­mei­ßelt sei: „Bei den ge­nann­ten Er­eig­nis­sen han­delt es sich nicht um un­mit­tel­bar an­spruchs­be­grün­den­de Tat­sa­chen, son­dern um In­di­zi­en.“Das Ober­lan­des­ge­richt ha­be dar­aus le­dig­lich Schluss­fol­ge­run­gen ge­zo­gen, als es 2012 ei­nen Scha­den­er­satz­an­spruch be­jah­te.

Das Ge­richt will den Straf­pro­zess bis Mit­te Fe­bru­ar be­en­den.

FOTO: AP

Ur­sprüng­lich als Zeu­ge vor­ge­se­hen: Ru­pert Mur­doch

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