Rech­nungs­hof: Job­cen­ter för­dern oft wir­kungs­los

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

NÜRN­BERG (dpa) Fi­nan­zi­el­le An­rei­ze der Job­cen­ter zur Ein­stel­lung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen sind nach Er­kennt­nis­sen des Bun­des­rech­nungs­hofs oft feh­ler­haft. Häu­fig er­wie­sen sich Lohn­kos­ten­zu­schüs­se an Un­ter­neh­men auch als wir­kungs­los, geht aus ei­nem Be­richt der Prü­fer her­vor. Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit kün­dig­te Ver­bes­se­run­gen bei der Ab­wick­lung der För­de­rung an.

Laut Be­richt ha­ben von den 370 ge­prüf­ten Fäl­len in acht Job­cen­tern nur vier Pro­zent der ge­för­der­ten Hartz-IV-Emp­fän­ger ei­nen un­be­fris­te­ten Job ge­fun­den. In be­stimm­ten Fäl­len über­neh­men die Job­cen­ter bis zu 75 Pro­zent der Lohn­kos­ten ei­nes Be­triebs. Für pro­ble­ma­tisch hal­ten die Prü­fer auch, dass ge­för­der­te Lang­zeit­ar­beits­lo­se trotz des Lohn­kos­ten­zu­schus­ses nur sel­ten ei­ne Chan­ce in nor­ma­len Be­trie­ben er- hiel­ten. Meist wür­den sie auf Zu­schuss­ba­sis von ge­mein­nüt­zig tä­ti­gen Ar­beit­ge­bern an­ge­heu­ert.

Zu­dem sei­en vie­le der über­prüf­ten För­de­run­gen feh­ler­haft, weil et­wa Vor­aus­set­zun­gen fehl­ten. Auch rech­ne­ten man­che Job­cen­ter die par­al­lel von Kom­mu­nen und Län­dern ge­zahl­ten Lohn­zu­schüs­se nicht auf die der Job­cen­ter an. Da­durch hät­ten in man­chen Fäl­len die Zu­schüs­se über den tat­säch­li­chen Lohn­kos­ten ge­le­gen.

Die Bun­des­agen­tur er­klär­te, dass Lohn­kos­ten­zu­schüs­se nicht vor­ran­gig das Ziel hät­ten, Lang­zeit­ar­beits­lo­se rasch in Ar­beit zu brin­gen. „Ziel ist zu­nächst ei­ne Sta­bi­li­sie­rung oder Wie­der­her­stel­lung der ge­ne­rel­len Be­schäf­ti­gungs­fä­hig­keit, um mit­tel­fris­tig ei­ne In­te­gra­ti­on in den ers­ten Ar­beits­markt zu un­ter­stüt­zen“, sag­te ein Spre­cher.

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