Nackt ge­filmt? Frau ver­klagt Airbnb

Yvon­ne S. soll in ei­nem Miet-Ap­par­te­ment heim­lich ge­filmt wor­den sein. Jetzt for­dert sie Scha­den­er­satz.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON LUD­WIG KRAU­SE

SANFRAN­CIS­CO Die­ser Ur­laub könn­te ein erns­tes Nach­spiel für die In­ter­net­platt­form Airbnb ha­ben. Ei­ne Deut­sche hat das Un­ter­neh­men ver­klagt, weil sie sich in ih­ren Per­sön­lich­keits­rech­ten ver­letzt fühlt. Ei­gent­lich woll­ten Yvon­ne und Ke­vin S. den Jah­res­wech­sel in ei­nem Ap­par­te­ment in Ka­li­for­ni­en ver­brin­gen. Über die Platt­form buch­ten sie die Woh­nung, die von Pri­vat­per­so­nen an­ge­bo­ten wur­de, für et­wa ei­nen Mo­nat. Nach drei Ta­gen mach­ten sie aber ei­ne Ent­de­ckung, die ih­nen die Ur­laubs­stim­mung ver­ge­hen ließ. „In dem Wohn­zim­mer be­fand sich ein Re­gal. Ver­steckt zwi­schen ei­ni­gen Ker­zen stand, was spä­ter von dem Paar als fern­ge­steu- er­te Ka­me­ra iden­ti­fi­ziert wur­de“, heißt es in der An­kla­ge­schrift, die nun beim Uni­ted Sta­tes District Court in San Fran­cis­co ein­ge­reicht wur­de. Ein Licht ha­be sie auf die Spur der Ka­me­ra ge­bracht.

Laut Ak­ten hat sich die Frau nackt in dem Ap­par­te­ment be­wegt, im Glau­ben, sich un­be­ob­ach­tet füh­len zu kön­nen. Das Paar ha­be sich au­ßer­dem über äu­ßerst per­sön­li­che Din­ge un­ter­hal­ten, un­ter an­de­rem über ih­re Be­zie­hung und ih­re fi­nan­zi­el­le La­ge. „Frau S. ist zu­tiefst ge­de­mü­tigt und wü­tend“, heißt es in der An­kla­ge­schrift. Au­ßer­dem sei sie be­sorgt dar­über, dass Bil­der von ihr auf­ge­zeich­net wor­den sei­en und den Weg ins In­ter­net fin­den könn­ten. Die klei­ne Ka­me­ra sei schließ­lich in der La­ge ge­we­sen, das Wohn- zim­mer und den Be­reich zwi­schen Schlaf- und Ba­de­zim­mer auf­zu­zeich­nen.

Die Wut der Klä­ge­rin rich­tet sich je­doch nicht nur ge­gen die Ver­mie­ter, son­dern auch ge­gen Airbnb. Ob­wohl das Paar so­fort aus­ge­zo­gen sei und das Un­ter­neh­men ver­stän­digt ha­be, sei das Ap­par­te­ment wei­ter auf der Platt­form an­ge­bo­ten wor­den. Au­ßer­dem wirft Yvon­ne S. Airbnb vor, nicht die Se­rio­si­tät der Ver­mie­ter und de­ren an­ge­ge­be­ne Da­ten zur Per­sön­lich­keit und zur an­ge­bo­te­nen Woh­nung aus­rei­chend zu prü­fen. Der Schutz der Per­sön­lich­keits­rech­te sei nicht aus­rei­chend ge­währ­leis­tet.

Airbnb teil­te dem Ma­ga­zin „Stern“zu­fol­ge mit, dass man die Pri­vat­sphä­re sei­ner Kun­den ernst neh­me. Al­le Gast­ge­ber müss­ten be­stä­ti­gen, dass ih­re Un­ter­künf­te al­len gel­ten­den Ge­set­zen des Stand­orts ent­sprä­chen und die Pri­vat­sphä­re der Gäs­te re­spek­tier­ten. Da­zu ge­hö­re auch, auf Si­cher­heits- und Über­wa­chungs­ka­me­ras hin­zu­wei­sen.

FOTO: RTR

Das Lo­go des Por­tals, über das Pri­vat­leu­te Zim­mer an­bie­ten.

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