Frem­de Weih­nacht übe­r­all

Grill­par­tys am Strand, bun­te Um­zü­ge, fröh­li­che Feu­er­wer­ke – in fer­nen Län­dern hat das Fest oft we­nig mit dem Weih­nachts­brauch­tum hier­zu­lan­de zu tun. Und auch die Ta­ge, an de­nen ge­fei­ert wird, sind un­ter­schied­lich.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON FRIED­HELM SCHACHT­SCHNEI­DER

An Weih­nach­ten ver­sam­melt sich die Fa­mi­lie nach ei­nem fest­täg­li­chen Bra­ten um den ge­schmück­ten Tan­nen­baum, singt „Stil­le Nacht“und ver­teilt Ge­schen­ke – al­ler­dings nicht übe­r­all. Ei­ne weih­nacht­li­che Rei­se um die Welt: Me­xi­ko Tur­bu­len­te Um­zü­ge, die „Po­s­a­das“, prä­gen neun Ta­ge vor Weih­nach­ten das Bild auf den Stra­ßen. Die Men­schen stel­len da­mit in ty­pi­schen Ko­s­tü­men die Her­bergs­su­che der Hei­li­gen Fa­mi­lie nach. Gua­te­me­la Auch im mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Gua­te­ma­la zie­hen Ma­ria und Jo­sef kos­tü­miert durch die Nach­bar­schaft. Von Trom­meln und Ge­sang be­glei­tet, tra­gen die Be­woh­ner tra­di­tio­nel­le „Pur­ti­na“-Hü­te und tan­zen mit dem hei­li­gen Paar. Grön­land Weih­nachts­bäu­me wer­den oft vie­le Wo­chen vor dem Fest auf die ark­ti­sche In­sel ge­bracht. Fens­ter wer­den mit oran­ge­ro­ten Ster­nen ge­schmückt. An Hei­lig­abend ge­hen Kin­der von Haus zu Haus, sin­gen Weih­nachts­lie­der und be­kom­men Sü­ßig­kei­ten. Die De­ko­ra­ti­on bleibt in Grön­land tra­di­tio­nell bis zum Drei­kö­nigs­tag am 6. Ja­nu­ar hän­gen. Farö­er Weih­nach­ten dau­ert auf der In­sel­grup­pe im Nord­at­lan­tik gan­ze 21 Ta­ge. Die Nach­fah­ren der Wi­kin­ger be­wah­ren ei­ne al­te nor­di­sche Tra­di­ti­on und tan­zen am 13. Ja­nu­ar zum Weih­nachts­kehr­aus. Am ers­ten Weih­nachts­tag wer­den die Grä­ber von An­ge­hö­ri­gen de­ko­riert. Li­be­ria In dem west­afri­ka­ni­schen Land die­nen mit Glo­cken de­ko­rier­te Öl­pal­men als Weih­nachts­bäu­me. In ei­ni­gen Ge­mein­den wird zu Weih­nach­ten ein Feu­er­werk ent­zün­det. Na­mi­bia In dem süd­west­afri­ka­ni­schen Land brei­ten die He­re­ros das Fell ge­schlach­te­ter Och­sen oder Zie­gen mit der haa­ri­gen Sei­te nach un­ten vor ei­nem „Hei­li­gen Feu­er“aus. Die Män­ner tram­peln dar­auf her­um, was Glück brin­gen soll. Süd­afri­ka Wenn am Kap der Som­mer auf der Süd­halb­ku­gel be­gon­nen hat, zie­hen am ers­ten Weih­nachts­tag vie­le mit Kind und Ke­gel den „Braais“ge­nann­ten Grill­fes­ten an die Strän­de von At­lan­tik und In­di­schem Oze­an. Res­te des Fest­es­sens wer­den am 26. De­zem­ber an Ar­me ver­teilt. Äthio­pi­en Hier wird Weih­nach­ten erst in der Nacht vom 6. auf den 7. Ja­nu­ar ge­fei­ert. Äthio­pi­sche Chris­ten kom­men ganz in Weiß ge­klei­det zu mehr­stün­di­gen Got­tes­diens­ten in die Kir­chen. Da­nach gibt es nach 43-tä­gi­ger Fas­ten­zeit ein Ge­la­ge mit Fleisch und schar­fen So­ßen. In­di­en Dass Weih­nach­ten naht, zei­gen Chris­ten im süd­in­di­schen Bun­des­staat Ke­ra­la mit gro­ßen bun­ten Pa­pier­ster­nen über ih­ren Haus­ein­gän­gen. In der Küs­ten­stadt Goa gilt ein Fisch­cur­ry mit Reis und Ku­chen als tra­di­tio­nel­les Weih­nachts­es­sen. Phil­ip­pi­nen In dem süd­ost­asia­ti­schen In­sel­reich ist die Weih­nachts­zeit be­son­ders lang: Vom 16. bis zum 24. De­zem­ber hal­ten die Kir­chen Früh­mes­sen. Wer je­den Tag hin­geht, dem wird ein Wunsch er­füllt.

Gläu­bi­ge Äthio­pie­rin­nen ver­fol­gen ei­ne or­tho­do­xe Weih­nachts­mes­se in La­li­be­la.

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