Pha­se vier im Weih­nacht­scha­os

Rheinische Post Moenchengladbach - - WISSEN - NI­CO­LE SCHARFETTER

Es ist so weit: Wir ste­cken mit­ten drin im Sumpf, in Pha­se vier des ver­rück­ten Weih­nachts­irr­sinns, sin­ken tie­fer und tie­fer. Und je tie­fer wir sin­ken in das Cha­os, um so tie­fer sinkt auch die Lau­ne. Nichts mehr mit „O du Fröh­li­che“– „Al­le Jah­re wie­der“kann uns mal. Jetzt herrscht Aus­nah­me­zu­stand. Seit dem Wo­che­n­en­de droht je­den Tag aufs Neue ein Ver­kehrs­kol­laps in der Stadt, weil noch so vie­le Men­schen noch so vie­le Ge­schen­ke für so vie­le an­de­re Men­schen kau­fen müs­sen. Um Park­plät­ze wird nicht mehr nur noch ver­bal ge­zankt, da kann der Ri­va­le auch schon mal mit ei­nem lee­ren Kaf­fee­be­cher be­wor­fen wer­den. Im Su­per­markt prü­gelt man sich um den Do­sen­mais. Weil es ja der letz­te Do­sen­mais auf der Welt ist – für im­mer und ewig. Am schlimms­ten aber sind mitt­ler­wei­le die Kol­le­gen, die zwi­schen Über­stun­den, Er­käl­tung und Weih­nachts­irr­sinn wirk­lich nichts mehr üb­rig ha­ben für den an­de­ren. Da heißt es in der mor­gend­li­chen Kon­fe­renz nicht mehr: „Du hast aber ein hüb­sches Kleid an“son­dern „Na, Du bist aber auch nicht mehr die Jüngs­te“. Oder: „Streck Dich noch mal so wie ge­ra­de, da hab ich doch ei­nen Bauch­an­satz ge­se­hen“. Wir ma­chen drei Kreu­ze an die De­cke, wenn end­lich Hei­lig­abend ist und wir uns gut elf Mo­na­te er­ho­len kön­ne, bis das Gan­ze wie­der von vor­ne be­ginnt.

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