Kin­der­kli­ni­ken be­han­deln vie­le Ko­mas­äu­fer aus Um­land

Das Eli­sa­beth-Kran­ken­haus hat ein gro­ßes Ein­zugs­ge­biet, wenn es um be­trun­ke­ne Kin­der und Ju­gend­li­che geht.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON NI­CO­LE SCHARFETTER

Al­ko­hol ist und bleibt bei Ju­gend­li­chen Sucht­mit­tel Num­mer eins, ob­wohl die Zah­len der Ko­mas­äu­fer laut ei­ner Stu­die ge­sun­ken sein sol­len. An­ders ist das in Glad­bach, zu­min­dest sagt das die DAK-Ge­sund­heit: 2014 lan­de­ten 100 Kin­der und Ju­gend­li­che mit ei­ner Al­ko­hol­ver­gif­tung im Kran­ken­haus. „Nach bis­lang un­ver­öf­fent­lich­ten Zah­len des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes stieg die Zahl der Be­trof­fe­nen im Ver­gleich zu 2013 um 16,3 Pro­zent“, hieß es in ei­ner Mit­tei­lung der DAK.

Die­sen An­stieg will Tobias Mahn­ke vom Eli­sa­beth-Kran­ken­haus in Rhe­ydt so nicht be­stä­ti­gen. „Die Zahl der Ko­mas­äu­fer schwankt von Jahr zu Jahr“, sagt er. 2012 sei­en sie mal rauf­ge­gan­gen, 2013 wie­der run­ter. Ein Jahr spä­ter wur­den in das Kran­ken­haus in Rhe­ydt mehr Ju­gend­li­che ein­ge­lie­fert, „und in ers­ten Hoch­rech­nun­gen für 2015 bleibt die Zahl sta­bil“, so Mahn­ke. Die Zah­len be­le­gen nur, dass es mal mehr, mal we­ni­ger Ko­mas­äu­fer gibt, nicht aber, dass sie al­le aus Glad­bach kom­men. „Weil wir ein sehr gro­ßes Ein­zugs­ge­biet ha­ben“, sagt Tobias Mahn­ke. Kre­feld, der RheinK­reis Neuss, Heins­berg und die Ge­bie­te na­he der hol­län­di­schen Gren­ze: „Die Kran­ken­wa­gen fah­ren im­mer die nächst­ge­le­ge­ne Kli­nik an“, so der Mar­ke­ting-Lei­ter des Kran­ken­hau­ses, das ei­ner der größ­ten Kin­der­kli­ni­ken in NRW be­hei­ma­tet. Da­zu kom­me, dass man­che El­tern be­sorg­ter sind als an­de­re und so­fort den Not­arzt ru­fen. „An­de­re El­tern set­zen dar­auf, dass ih­re Kin­der den Rausch zu­hau­se aus­schla­fen“, sagt Tobias Mahn­ke.

Auch die Stadt selbst sieht kei­nen Grund zur Be­sorg­nis an­ge­sichts der Stu­die der DAK. Trotz­dem sei das Ko­ma­s­au­fen nach wie vor ein Pro­blem. „Wir ha­ben im­mer um die 100 Ko­mas­äu­fer“, sagt Dirk Rüt­ten. Vor zwei Jah­ren wur­den 94 ge­zählt, 2014 86 und jetzt 100. „Das ist kei­ne dra­ma­ti­sche Ver­schie­bung“, sagt der Stadt­spre­cher. Au­ßer­dem wür­de die Stadt zu be­son­de­ren An­läs­sen ver­stärkt kon­trol­lie­ren. „Wir ha­ben ei­ne Part­ner­schaft zwi­schen Ord­nungs­amt, Po­li­zei und Ju­gend­amt“, sagt Dirk Rüt­ten, der vor al­lem auf die Auf­klä­rungs­ar­beit in Ju­gend­zen­tren setzt. Au­ßer­dem wer­den re­gel­mä­ßi­ge Test­käu­fe in Ki­osks und Su­per­märk­ten or­ga­ni­siert.

Ob an Kar­ne­val, Sil­ves­ter oder am 1. Mai – „spä­tes­tens wenn je­mand nicht mehr rich­tig an­sprech­bar ist, soll­te um­ge­hend ein Arzt ge­ru­fen wer­den“, rät Rüt­ten.

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