Platz 8: „Der Fahn­der“

Die viel­leicht bes­te deut­sche Po­li­zei-Se­rie punk­te­te mit ei­ner groß­ar­ti­gen Schau­spie­ler-Rie­ge.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN - VON JÖRG ISRINGHAUS

DÜSSELDORF Als das Vor­abend­pro­gramm der ARD noch mehr bot als Dia­lekt-Ko­mö­di­en und Kli­nik-Te­le­no­ve­las, ge­hör­te ei­ne Se­rie zum Pflicht­pro­gramm: „Der Fahn­der“. Schon al­lein, weil sie mit Fa­ber – der Vor­na­me Han­nes fiel fast nie – den be­mer­kens­wer­tes­ten TV-Kom­mis­sar zu bie­ten hat­te. Der­rick war zu höl­zern, Ha­fer­kamp zu ge­bil­det, Schi­man­ski zu forsch. Fa­ber da­ge­gen, gran­di­os ver­kör­pert von Klaus lan­cho­li­scher, tief­grün­di­ger. Stim­mungs­mä­ßig setz­te „Der Fahn­der“auf Blues, ge­wit­zelt wur­de eher kurz und meist mit bit­te­rem Bei­ge­schmack. Auch die Fäl­le lie­ßen sich wie im Le­ben nicht im­mer klä­ren; in­so­fern blieb Fa­ber ein ewig Su­chen­der, der nach Er­lö­sung strebt.

Un­fass­bar gut war auch die Darstel­ler­rie­ge: Hans-Jür­gen Schatz als Fa­bers As­sis­tent Max, Die­ter Pfaff leg­te als ver­kaufs­tüch­ti­ger Po­li­zist Ot­to den Grund­stein für ei­ne gro­ße Kar­rie­re. Wie über­haupt beim Per­so­nal die ge­sam­te heu­ti­ge Schau­spie­ler­pro­mi­nenz vor­bei­schau­te – von Uwe Och­senk­necht und Jür­gen Vo­gel über Katja Rie­mann und Heinz Ho­enig bis Ed­gar Sel­ge und Su­san­ne Lothar, um nur ei­ni­ge zu nen­nen. Die Se­rie, das gilt für die Fol­gen eins bis 91 mit Wen­ne­mann, war ein Glücks­griff für das deut­sche Fern­se­hen. Und, das ist sel­ten, kann sich heu­te noch im Feld deut­scher TV-Kri­mis be­haup­ten.

FOTO: DPA

Die Drei aus dem Aqua­ri­um, wie das Po­li­zei­re­vier in „Der Fahn­der“ge­nannt wur­de: Max Kühn (Hans-Jür­gen Schatz, l.), Fahn­der Han­nes Fa­ber (Klaus Wen­ne­mann, M.) und Strei­fen­po­li­zist Ot­to (Die­ter Pfaff).

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