Aylans Va­ter bit­tet um Hil­fe für Sy­rer

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

LON­DON (RP) Der Va­ter des er­trun­ke­nen drei­jäh­ri­gen Ay­lan Kur­di, des­sen Bild um die gan­ze Welt ging, hat in ei­ner Weih­nachts­bot­schaft um Hil­fe für sy­ri­sche Flücht­lin­ge ge­be­ten. Er bit­te die gan­ze Welt, ih­re Tü­ren für Sy­rer zu öff­nen, sag­te Ab­dul­lah Kur­di in der „Al­ter­na­ti­ven Weih­nachts­bot­schaft“des bri­ti­schen Sen­ders Chan­nel 4, die am ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag aus­ge­strahlt wird. „Ich möch­te Sie in die­ser Zeit des Jah­res bit­ten, an den Schmerz der Vä­ter, Müt­ter und Kin­der zu den­ken, die Frie­den und Si­cher­heit su­chen“, sag­te Kur­di. Er hat­te auf der Flucht sei­ne Frau und sei­ne bei­den Söh­ne ver­lo­ren.

Ges­tern wur­de be­kannt, dass er­neut 13 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer er­tran­ken, dar­un­ter sie­ben Kin­der. Ihr sechs Me­ter lan­ges Schnell­boot sei aus noch un­be­kann­ten Grün­den vor der klei­nen grie­chi­schen In­sel Far­ma­ko­ni­si ge­ken­tert und ge­sun- ken. Ein Mensch wur­de noch ver­misst, 15 wur­den ge­ret­tet. Trotz nied­ri­ger Tem­pe­ra­tu­ren und rau­er See ma­chen sich im­mer noch Tau­sen­de Flücht­lin­ge auf den Weg über das Mit­tel­meer nach Eu­ro­pa.

Die Bil­der des er­trun­ke­nen Ay­lan auf ei­nem tür­ki­schen Strand hat­ten ei­ne Wel­le der Em­pö­rung und der Hilfs­be­reit­schaft aus­ge­löst. Un­ter­su­chun­gen der Uni­ver­si­tät Sh­ef­field zu­fol­ge er­schien das Bild des to­ten Jun­gen in­ner­halb von nur zwölf St­un­den auf 20 Mil­lio­nen Bild­schir­men, es er­hielt stünd­lich 53.000 Tweets auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter. Seit Be­ginn des Krie­ges ver­lie­ßen über vier Mil­lio­nen Sy­rer ihr Land, über 250.000 wur­den ge­tö­tet. Al­lein in die­sem Jahr ver­such­ten 500.000 Sy­rer Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka zu er­rei­chen.

FOTO: DPA

Das Bild des er­trun­ke­nen Jun­gen er­schüt­ter­te die Welt.

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