Ze­ment-Plätz­chen

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

Mei­ne drei Brü­der und ich, al­le im Vor­schul­al­ter, wa­ren vol­ler Er­war­tung. St. Mar­tin, St. Ni­ko­laus und nun Weih­nach­ten – wür­den sich un­se­re Wün­sche er­fül­len? Mei­ne Mut­ter woll­te Plätz­chen ba­cken und tausch­te des­halb ei­nen Ring ge­gen Eier und Zu­cker, ei­ne Ak­ten­ta­sche ge­gen But­ter. Die Wer­ke gro­ßer Meis­ter wur­den auf dem Schwarz­markt ge­gen ei­ne Tü­te Mehl ein­ge­tauscht. Al­so konn­te die Weih­nachts­bä­cke­rei be­gin­nen: Die Zu­ta­ten wur­den ver­rührt, das Mehl – da­mals grau in grau – kam da­zu, das Um­rüh­ren wur­de im­mer schwe­rer. Wir Kin­der nasch­ten na­tür­lich vom Teig, und als Mut­ti vom Tei­g­rest in der Schüs­sel pro­bier­te, war sie nicht be­geis­tert. Sie hol­te die ers­ten Plätz­chen aus dem Ofen her­vor, es wa­ren noch zwei Ta­ge bis Hei­lig­abend, erst dann durf­ten wir pro­bie­ren. Doch da­zu kam es nie. Lie­be­vol­le Men­schen hat­ten zwar Bü­cher ge­gen Mehl ge­tauscht, doch in der Tü­te be­fand sich Ze­ment. Wuss­te der Tauscher, dass wir auch Lö­cher in den Wän­den hat­ten? Li­sel Knapp, Mön­chen­glad­bach Bar­ba­ra Zimmermann, Düsseldorf

FOTO: PRIVAT

Seit 70 Jah­ren be­glei­tet die­se Pup­pe die Düs­sel­dor­fe­rin Bar­ba­ra Zimmermann. Die Haa­re stam­men aus ih­ren ei­ge­nen Zöp­fen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.