VER­BOT DES TAGESWINNETOU

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

Ni­co­le und Mar­cus Lo­eb mit Ja­cob (9), Jet­te (7) und Ida (4), Net­te­tal: „Schon als ich noch ein Kind war, lieb­te ich die Krip­pe mei­ner Oma. Sie hat mit Vo­gel­sand und Tie­ren ei­ne Welt ge­schaf­fen, in der es im­mer et­was zu ent­de­cken gab. Ge­ra­de weil nicht al­le Fi­gu­ren zu­sam­men­pass­ten, hat­te sie so ei­nen Charme. Wer hat­te schon Gür­tel­tie­re in der Krip­pe? Mein Va­ter hat uns in wo­chen­lan­ger Hand­ar­beit ei­nen wun­der­schö­nen Krip­pen­stall ge­baut. Die gro­ßen, hand­ge­schnitz­ten Holz­fi­gu­ren stam­men aus ei­nem Nach­lass. Drei bei RTL ge­plan­te „Win­ne­tou“-Fil­me dür­fen nach ei­nem Ge­richts­ur­teil nicht un­ter dem ur­sprüng­lich vor­ge­se­he­nen Ti­tel aus­ge­strahlt wer­den. Ge­klagt

hat­te der Karl-May-Ver­lag. Chris­ta Palmen, Kaarst: „Wenn ich mir mei­ne ge­ra­de auf­ge­stell­te Krip­pe an­schaue, den­ke ich an mei­ne Kind­heit zu­rück. Mei­nen El­tern ging es nicht mehr so gut. Wir Kin­der hal­fen, wo wir konn­ten, und wie es uns mög­lich war. So war es selbst­ver­ständ­lich, dass ich ih­nen ei­nen Tan­nen­baum be­sorg­te und die Krip­pe auf­bau­te, die schon meh­re­re Ge­ne­ra­tio­nen über­leb­te. Die Jo­sefs­fi­gur fiel mir lei­der beim Ab­bau­en auf den Bo­den und ging ka­putt und ich muss­te ei­nen neu­en Jo­sef kau­fen – das war nicht ein­fach.“ Bri­git­te Lau­ren­ze, Mettmann: „Als un­ser Sohn fünf war, be­schlos­sen wir, ei­ne Krip­pe zu bas­teln. Für die Fi­gu­ren kauf­ten wir selbst­här­ten­de Knet­mas­se. Mein Mann nahm sich den Jo­sef vor und ich die Ma­ria. Un­ser Sohn schau­te von ei­nem zum an­de­ren, und dann leg­te er los. Er kne­te­te Egons. Ganz vie­le, vie­le Egons – der Re­gen­wurm war sei­ne Lieb­lings­fi­gur aus ,Mein al­ler­schöns­tes Buch von Ta­fel, Schwamm und Krei­de’ – und die ha­ben wir noch und schmü­cken das Dach un­se­rer Krip­pe mit ih­nen.“ Her­bert Blank aus Neuss: „Als un­se­re Söh­ne Mar­tin, Lud­ger und Ro­land (ge­bo­ren 1985, ’87 und ’89) klein wa­ren, wünsch­ten sie sich ei­ne Krip­pe. Nach­dem die Um­bau­ar­bei­ten an un­se­rem al­ten Haus, das wir ge­ra­de er­wor­ben hat­ten, im We­sent­li­chen ab­ge­schlos­sen wa­ren, be­gann ich mit dem Bau der Krip­pe.

Die Fi­gu­ren fer­tig­ten wir aus ei­ner selbst­här­ten­den Mo­del­lier­mas­se. Das Holz für den Stall stamm­te von ei­nem 300 Jah­re al­ten Ei­chen­bal­ken aus ei­nem ehe­ma­li­gen Klos­ter im Orts­teil Ep­ping­ho­ven, der noch bei mei­nen El­tern zu Hau­se lag. Mein Va­ter, der Hand­wer­ker war, hat­te ihn bei Re­stau­rie­rungs­ar­bei­ten in dem Klos­ter er­setzt und durf­te ihn dann mit­neh­men. Dar­aus sind ne­ben dem Ge­rüst auch die Schin­deln, der Brun­nen und die Ei­mer ent­stan­den. Un­se­re Söh­ne ha­ben dann je­des Jahr neue Wün­sche ge­äu­ßert: ,Pa­pa, mach doch mal ein Ka­mel, ei­nen Ele­fan­ten, ein Pferd!’ So sind je­des Jahr neue Fi­gu­ren hin­zu­ge­kom­men. Auch un­se­re drei Söh­ne ha­ben ei­nen Platz in der Krip­pe ge­fun­den – die ih­nen nach­emp­fun­de­nen klei­nen Fi­gu­ren tra­gen die­sel­ben Pull­over, die mei­ne Frau da­mals in ei­ner grö­ße­ren Ver­si­on für die Jungs ge­strickt hat­te.“

Der Opa bau­te den Stall, für die Kin­der war die Über­ra­schung ge­lun­gen.

Ein neu­er Jo­sef muss­te her, nach­dem der al­te zer­bro­chen war.

Al­le Fi­gu­ren sind aus Knet­mas­se, auf dem Dach kr­ab­beln Re­gen­wür­mer.

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