Duis­burg: Durch­such­te die Po­li­zei sel­ben Kof­fer zwei­mal?

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER UND CHRIS­TOPH REICHWEIN

DUIS­BURG Die Duis­bur­ger Po­li­zei ist am Di­ens­tag­mor­gen we­ni­ge St­un­den vor dem Fund des Roll­kof­fers auf dem Weih­nachts­markt, der zur Räu­mung der In­nen­stadt ge­führt hat­te, be­reits zu ei­nem ähn­li­chen Ein­satz ge­ru­fen wor­den. Nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on war schon ge­gen 10 Uhr ein her­ren­lo­ser Kof­fer in der In­nen­stadt ge­fun­den wor­den. „Er war an ei­nem Stän­der fest­ge­bun­den“, be­stä­tig­te ein Spre­cher der Po­li­zei. Ein­zel­händ­ler hat­ten das Ge­päck­stück ent­deckt.

Zwei Strei­fen­be­am­te öff­ne­ten den Roll­kof­fer. Sie fan­den dar­in nur un­ver­däch­ti­ge Ge­gen­stän­de und ga­ben so­fort Ent­war­nung. Die La­den­be­sit­zer ba­ten die Po­li­zei an­schlie­ßend, den her­ren­lo­sen Kof­fer zu ent­fer­nen. Das un­ter­lie­ßen die Po­li­zis­ten je­doch und sol­len ei­nem Ge­schäfts­in­ha­ber statt­des­sen ge­ra­ten ha­ben: „Wenn der Kof­fer hier mor­gen im­mer noch steht, dann ru­fen Sie die Müll­ab­fuhr an.“Das muss- ten sie aber nicht. Denn nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on könn­te es sich um den­sel­ben Roll­kof­fer ge­han­delt ha­ben, der sechs St­un­den spä­ter zur Räu­mung des Weih­nachts­mark­tes ge­führt hat. Die Po­li­zei woll­te das ges­tern we­der be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren.

Of­fen­bar wur­de die In­for­ma­ti­on des Fun­des am Mor­gen nicht an die Po­li­zei­be­am­ten wei­ter­ge­ge­ben, die am Nach­mit­tag den her­ren­lo­sen Kof­fer we­ni­ge Hun­dert Me­ter ent­fernt vom mor­gend­li­chen Fund­ort am Weih­nachts­markt ent­deckt hat­ten. Denn die­se lie­ßen Spreng­stoff­ex­per­ten des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes (LKA) aus Düsseldorf an­rü­cken, um das Ge­päck­stück un­ter­su­chen zu las­sen. Das hat­te zur Räu­mung des Weih­nachts­mark­tes ge­führt. Ein LKA-Spre­cher sag­te zu dem Ein­satz: „Wir müs­sen der La­ge­ein­schät­zung der Po­li­zei vor Ort ver­trau­en.“Der Be­sit­zer des Kof­fers hat­te sich am Abend bei der Po­li­zei ge­mel­det. Er er­klär­te, dass er den Kof­fer fest­ge­bun­den ha­be, weil er ihn nicht beim Ein­kauf mit­neh­men woll­te.

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