Le­bens­mit­tel­punkt

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Micha­el Mar­ko­wi­ak per Mail Dirk Wol­ter Rees

Zu „Ge­mein­sa­me Mahl­zei­ten sind ein Se­gen“(RP vom 10. De­zem­ber): Lie­be Frau Krings, ge­mein­sa­me Mahl­zei­ten sind nicht nur in der Fa­mi­lie, son­dern auch im Freun­des­kreis ein Se­gen. Die Be­grif­fe „Wohn­kü­che“und „Durch­rei­che“weck­ten bei mir Er­in­ne­run­gen. In den Frühs­ech­zi­gern sah ich Neu­bau­ten, wo die Kü­che auf ei­nen klei­nen Funk­ti­ons­raum zur Es­sens­zu­be­rei­tung re­du­ziert war. Mit „Durch­rei­che“war schon die Lu­xus­ver­si­on. Das war mir fremd. Ich war doch ganz in der „Wohn­kü­che“auf­ge­wach­sen. Die war Le­bens­mit­tel­punkt. Dort koch­te und leb­te man, emp­fing Nach­barn und Freun­de zum Schwatz, das war selbst­ver­ständ­lich. In der Fa­mi­lie wie bei den Nach­barn. Das Wohn­zim­mer war „Die gu­te Stu­be“, nur be­heizt und ge­nutzt zu Fei­er­lich­kei­ten. Kann man sich heu­te kaum noch vor­stel­len. Heu­te die Wohn­kü­che wie­der­zu­ent­de­cken, nicht als Ort der Zur­schau­stel­lung von High­tech-Kü­chen­ge­rät, son­dern als Ort der Ge­mein­sam­keit, fin­de ich pri­ma. rungs­prä­mie und den hö­he­ren Preis für In­spek­tio­nen. Für die schlech­te­ren Mess­wer­te kann er nichts, hier hat der Staat ge­gen­über der In­dus­trie ver­sagt. Viel­leicht denkt man bei sol­chen Vor­schlä­gen mal an­de­re We­ge: Muss auch noch das drit­te Pa­ket­au­to in der zwei­ten Rei­he par­ken, um die In­ter­net­be­stel­lun­gen gro­ßer Ver­sand­händ­ler, oh­ne rich­ti­ge Ta­rif­löh­ne und Steu­er­last in Deutsch­land, aus­zu­lie­fern? Müs­sen noch mehr Lkw aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern, mit Fah­rern zu Dum­ping­löh­nen, ih­re Wa­ren aus­lie­fern? Wie vie­le Fern­bus­se sol­len die Stra­ßen zu­sätz­lich ver­stop­fen? Wie vie­le pri­va­te Bahn­un­ter­neh­men sol­len noch zu schlech­te­ren Be­din­gun­gen für die Be­diens­te­ten das von Steu­er­zah­lern be­zahl­te Schie­nen­netz be­völ­kern? Viel­leicht denkt man mal hier über zu­sätz­li­che Steu­ern und Ge­set­ze nach, da­mit un­se­re Ge­sund­heit und In­fra­struk­tur ent­las­tet wer­den.

FOTO: DPA

Die­sel­fahr­zeu­ge sind mal wie­der im Vi­sier. Steu­er­vor­tei­le sol­len ge­stri­chen wer­den.

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