Be­reits 850 An­schlä­ge auf Flücht­lin­ge

In NRW ver­sechs­fach­te sich die Zahl 2015. Die In­nen­mi­nis­ter sind be­sorgt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

BER­LIN (mar/may-) Ein bren­nen­des künf­ti­ges Flücht­lings­heim in Schwä­bisch Gmünd, An­grif­fe auf Asyl­hei­me in Dresden und im Erz­ge­bir­ge, ein Brand­an­schlag auf Wohn­häu­ser von Mi­gran­ten im baye­ri­schen Wal­lers­heim – die of­fen­bar durch Frem­den­hass mo­ti­vier­te Ge­walt ging auch über Weih­nach­ten wei­ter. In­nen­mi­nis­ter und Ver­fas­sungs­schüt­zer sind be­sorgt, weil sich die Zahl der An­grif­fe auf Flücht­lings­un­ter­künf­te im Jah­res­ver­gleich be­reits bis Mit­te De­zem­ber auf 850 ver­vier­facht hat.

„Zu­tiefst be­schä­mend“nann­te NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD), dass die 187 Atta­cken in Nord­rhein-West­fa­len so­gar schon dem sechs­fa­chen Wert des Vor­jah­res ent­spre­chen. So wie Au­ßen­mi- nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) in die­sem Zu­sam­men­hang vor dem „Er­geb­nis geis­ti­ger Brand­stif­tung“warn­te, sag­te auch Jä­ger, dass die Rechts­ex­tre­mis­ten in Lau­er­stel­lung sei­en. Sie sei­en über­zeugt, dass das The­ma Flücht­lings­kri­se ih­nen die Leu­te „au­to­ma­tisch“zu­trei­be. Der Chef der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Ro­ger Le­w­entz (SPD) aus Rhein­land-Pfalz, er­klär­te, dass der Ge­walt-Ent­wick­lung mit schär­fe­ren Stra­fen nicht bei­zu­kom­men sei. Pe­gi­da-De­mons­tran­ten müss­ten aber wis­sen, dass sie po­ten­zi­ell auch Rechts­ex­tre­me stark­mach­ten.

Die CSU will Flücht­lin­ge auch mit der An­dro­hung von Leis­tungs­kür­zun­gen zwin­gen, sich zu in­te­grie­ren. Das geht aus der Be­schluss­vor­la­ge für die Klau­sur­ta­gung der CSU- Lan­des­grup­pe An­fang Ja­nu­ar her­vor, aus der die „Süd­deut­sche Zei­tung“zitiert. An der Klau­sur wird erst­mals auch Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel teil­neh­men. In dem Pa­pier heißt es, Deutsch­land bie­te „Men­schen, die zu uns kom­men, ei­ne neue Hei­mat – als Ge­gen­leis­tung er­war­ten wir ei­nen star­ken Wil­len zur In­te­gra­ti­on“. Des­halb müs­se sich je­der Flücht­ling „in­di­vi­du­ell im Rah­men ei­ner In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung zu un­se­ren Wer­ten, un­se­rer Rechts­ord­nung und den Re­geln ei­nes fried­li­chen Zu­sam­men­le­bens be­ken­nen“. Nach An­sicht der CSU muss das auch ei­ne Pflicht zum Be­such von Sprach- und In­te­gra­ti­ons­kur­sen ein­schlie­ßen. Leit­ar­ti­kel Po­li­tik

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