NRW hat Atom-Angst

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REI­SE­NER

Was Bel­gi­en sich mit dem Be­trieb meh­re­rer ma­ro­der Atom­kraft­wer­ke na­he der deut­schen Gren­ze leis­tet, ist ei­ne Un­ver­schämt­heit. De­fek­te Schläu­che, Haar­ris­se im Re­ak­tor­be­häl­ter, Brän­de und an­de­re Pan­nen häu­fen sich dort so mas­siv, dass die „Old­ti­mei­ler“aus den 1970er-Jah­ren in­zwi­schen wie Fahr­stüh­le rauf- und run­ter­ge­fah­ren wer­den. Mal sol­len sie aus Si­cher­heits­grün­den still­ge­legt wer­den, dann gilt der Wei­ter­be­trieb plötz­lich wie­der als voll­kom­men si­cher. Was soll die­ses Her­um­tan­zen auf den Ner­ven der Be­völ­ke­rung?

Das Min­des­te, was Bel­gi­en sich, den be­nach­bar­ten Nie­der­län­dern und dem an­gren­zen­den NRW schul­dig ist: ei­ne un­ab­hän­gi­ge in­ter­na­tio­na­le Ex­per­ten­kom­mis­si­on, die die­se An­la­gen über­prüft und über­wacht. Wenn die Mei­ler wirk­lich so toll sind, wie die bel­gi­sche Re­gie­rung be­haup­tet, hat sie ja nichts zu be­fürch­ten. Aber auch die In­ter­ven­tio­nen der deut­schen Bun­des­re­gie­rung wir­ken recht ver­hal­ten. Sie hat zwar kei­ne Hand­ha­be – Atom­po­li­tik ist ei­ne na­tio­na­le An­ge­le­gen­heit. Et­was lau­ter dürf­te der Pro­test aus Ber­lin trotz­dem sein. BE­RICHT

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