Was Sinn im Sinn hat

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GE­ORG WIN­TERS

Hans-Wer­ner Sinn ist Öko­nom, nicht Bun­des­kanz­ler. Des­halb ist es sei­ne Pflicht, volks­wirt­schaft­lich ris­kan­te Ent­wick­lun­gen an­zu­spre­chen, auch wenn dies po­li­tisch un­lieb­sam er­scheint. Da­zu ge­hört die Fest­stel­lung, dass ein nicht zu ver­ach­ten­der Teil des Wachs­tums 2016 stei­gen­den Staats­aus­ga­ben zu ver­dan­ken ist. Die ein­fa­che Weis­heit: Gibt der Staat an ei­ner Stel­le mehr Geld aus, muss er an ei­ner an­de­ren spa­ren, oder er muss die Steu­ern er­hö­hen, oder er muss sich das Geld lei­hen. Ge­lie­he­nes muss man zu­rück­zah­len, das trifft nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen. Ei­ne ein­fa­che Bot­schaft, die der Öko­nom Sinn ins Ge­dächt­nis ge­ru­fen hat. Nichts an­de­res hat­te er im Sinn.

Wenn der Ifo-Chef im März auf­hört, wird man ihn ver­mis­sen – als streit­ba­ren Geist in der Fi­nanz­kri­se, in der Gr­ex­it-Dis­kus­si­on, in der Eu­ro­pa-De­bat­te. Mit sei­ner For­de­rung, Deutsch­land müs­se sei­ne Gren­zen bes­ser schüt­zen, hat er sich in­des ver­rannt. Wenn öko­no­mi­sche Sinn­haf­tig­keit rech­tem Po­pu­lis­mus in die Hän­de spielt, wird sie ge­fähr­lich. Da hat auch der Öko­nom po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung. BE­RICHT

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