SPD und Uni­on strei­ten über das Vor­ge­hen ge­gen die AfD

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON GREGOR MAYNTZ

BER­LIN An­ge­sichts wei­ter­hin ho­her Um­fra­ge­wer­te der Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) ist un­ter den Ko­ali­ti­ons­part­nern SPD und Uni­on ein hef­ti­ger Streit über den rich­ti­gen Um­gang mit der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei ent­brannt. SPD-Vi­ze Ralf Steg­ner un­ter­stell­te der CDU, auf die AfD zu set­zen, da­mit die­se durch den Ein­zug in Lan­des­par­la­men­te „pro­gres­si­ve Mehr­hei­ten“ver­hin­de­re. CDU-Vi­ze Ar­min La­schet wies das ent­schie­den zu­rück und sah die SPD ge­for­dert.

La­schet ver­wies dar­auf, dass in der letz­ten Sonn­tags­um­fra­ge die CDU zu­ge­legt und die SPD ver­lo­ren ha­be. „Wenn dann die AfD im­mer mehr Punk­te holt, soll­te sich die SPD viel­leicht auch ein­mal selbst­kri­tisch fra­gen, ob sie nicht ih­re Stamm­wäh­ler­schaft ver­prellt“, sag­te La­schet un­se­rer Re­dak­ti­on.

Als „Zei­chen von Schwä­che“wer­te­te La­schet die Ent­schei­dung der Main­zer Re­gie­rungs­che­fin Ma­lu Drey­er (SPD), nicht an TV-Talk­shows mit AfD-Ver­tre­tern teil­zu­neh­men. „Man muss die AfD mit gu­ten Ar­gu­men­ten stel­len, auch in Fern­seh­dis­kus­sio­nen“, er­klär­te La­schet. Die CDU-Vi­ze und rhein­land­pfäl­zi­sche Spit­zen­kan­di­da­tin Ju­lia Klöck­ner kri­ti­sier­te Drey­er eben­falls: „Ab­tau­chen, wenn es un­an­ge- nehm wird, das dür­fen wir als po­li­ti­sche Füh­rungs­per­so­nen nicht“, be­ton­te Klöck­ner. Man sol­le es der AfD nicht zu leicht ma­chen.

Da­ge­gen kri­ti­sier­te Steg­ner na­ment­lich auch Klöck­ners po­li­ti­sche Initia­ti­ven. „Schau­en Sie sich Frau Klöck­ner an: da mal ein Bur­ka-Ver­bot, hier mal ei­ne In­te­gra­ti­ons­pflicht. Man spielt da­mit. Man hofft et­was zu ge­win­nen, weil man den Stamm­tisch mo­bi­li­siert.“La­schet hielt da­ge­gen: „Die CDU in NRW wirbt of­fen für mehr Eu­ro­pa, ge­gen Na­tio­na­lis­mus und für das christ­li­che Men­schen­bild, des­halb hat hier die AfD die schlech­tes­ten Wer­te in ganz Deutsch­land.“

Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le nann­te es „ver­ant­wor­tungs­los und dumm“, auf ein gu­tes Ab­schnei­den der AfD zu set­zen. Es ge­he um die Stär­ke der CDU. Das bes­te Re­zept, um die AfD aus dem Bun­des­tag her­aus­zu­hal­ten, sei, so Schäu­b­le: „die Sor­gen der Bür­ger lö­sen und nicht die Pa­ro­len der Dumpf­ba­cken noch über­tö­nen“.

Nach ei­ner neu­en Um­fra­ge des Em­nid-In­sti­tuts könn­te die AfD der­zeit mit neun Pro­zent rech­nen, wenn ein neu­er Bun­des­tag ge­wählt wür­de. Auch für die Land­tags­wah­len im März in Rhein­land-Pfalz, Ba­den-Würt­tem­berg und Sach­sen-An­halt wird die AfD der­zeit über der Fünf-Pro­zent-Hür­de ge­mes­sen.

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