Re­geln für Ge­schen­ke-Um­tausch

Wer Weih­nachts­prä­sen­te zu­rück­brin­gen möch­te, soll­te sich vor­ab in­for­mie­ren.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON LUD­WIG KRAU­SE

DÜSSELDORF Deutsch­land tauscht im­mer we­ni­ger um. Wäh­rend 2011 laut Han­dels­ver­band NRW noch je­des 20. Ge­schenk zu­rück­ge­ge­ben wur­de, sind es heu­te nur noch knapp 2,5 Pro­zent der Weih­nachts­ge­schen­ke. Das liegt vor al­lem dar­an, dass die Zahl der Gut­schei­ne steigt. Um­ge­tauscht wer­den oft Spiel­zeug und Tex­ti­li­en. Wer ein Ge­schenk um­tau­schen möch­te/muss, soll­te Fol­gen­des wis­sen: Das Ge­schenk ge­fällt mir nicht. Muss der Händ­ler es zu­rück­neh­men? Der Um­tausch von Wa­ren, die ma­te­ri­ell in Ord­nung sind, aber nicht ge­fal­len, nicht pas­sen oder dop­pelt ver­schenkt wur­den, ist ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung des Han­dels. „Die Händ­ler sind nicht da­zu ver­pflich­tet, die­se Wa­ren zu­rück­zu­neh­men. In der Re­gel sind sie aber sehr ku­lant, was den Um­tausch von Ge­schen­ken an­geht – ge­ra­de nach Weih­nach­ten“, sagt An­ne Lin­nen­brüg­ger-Schau­er vom Han­dels­ver­band NRW. In der Re­gel wird der Wert auf an­de­re Wa­re an­ge­rech­net. Aber auch die Aus­stel­lung von Gut­schei­nen ist denk­bar. Ei­ne Rück­er­stat­tung in bar ist sel­ten. Muss de­fek­te Wa­re zu­rück­ge­nom­men wer­den? Ge­währ­leis­tungs­an­sprü­che sind ge­setz­lich ge­re­gelt. Bei ei­nem Kauf­ver­trag (§ 433 BGB) ist bei­spiels­wei­se im § 434 BGB auf­ge­führt, was ein Sach­man­gel ist. § 437 BGB be­inhal­tet die Rech­te ei­nes Käu­fers, wenn ei­ne ge­kauf­te Sa­che man­gel­haft ist. Be­kommt man ei­nen Pull­over ge­schenkt, stellt je­doch bei der ers­ten An­pro­be fest, dass ei­ne Naht of­fen ist, muss der Händ­ler den Man­gel be­he­ben – durch Re­pa­ra­tur oder Um­tausch in ei­nen gleich­wer­ti­gen, man­gel­frei­en Ge­gen­stand, al­so Pull­over oh­ne Naht­feh­ler. „Man könn­te aber kei­nen Man­gel gel­tend ma­chen, wenn der Pull­over auf­grund sei­nes Man­gels be­reits preis­re­du­ziert ver­kauft wur­de“, sagt Lin­nen­brüg­ger-Schau­er. „Rück­ga­be nur ge­gen Kas­sen­bon und in­ner­halb von 14 Ta­gen.“Wer auf Num­mer si­cher ge­hen will, soll­te den Bon auf­be­wah­ren. Fehlt der, hilft bei­spiels­wei­se ein Kon­to­aus­zug mit der Ab­bu­chung des ge­zahl­ten Be­tra­ges. Hat ein Händ­ler deut­lich sicht­bar aus­ge­wie­sen, dass in­tak­te Pro­duk­te bei Nicht­ge­fal­len nur mit Kas­sen­bon oder in 14-Ta­ges-Frist zu­rück­ge­ge­ben wer­den kön­nen, muss er das auch nur in die­ser Zeit tun. De­fek­te Wa­re kann auch nach Ablauf von 14 Ta­gen zu­rück­ge­bracht wer­den. Was gilt im Online-Han­del? Auch hier gel­ten kla­re Re­geln, wie der Han­dels­ver­band sagt: „Der Online-Han­del räumt dem Kun­den ein 14-tä­gi­ges Wi­der­rufs­recht oh­ne die An­ga­be von Grün­den ein.“Teil­wei­se ge­wäh­ren Online-Händ­ler frei­wil­lig deut­lich län­ge­re Rück­ga­be­fris­ten. Nimmt der Han­del auch aus­ge­pack­te Wa­re zu­rück? Ob ein Pro­dukt man­gel­haft ist, kann der Kun­de mit­un­ter erst fest­stel­len, wenn er die Wa­re aus­packt und nutzt – zum Bei­spiel bei ei­ner CD oder ei­nem Ta­blet. Da­bei ist die Ori­gi­nal­ver­pa­ckung kei­ne zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für ei­nen Um­tausch. An­ders ist das, wenn die Wa­re le­dig­lich nicht ge­fällt oder dop­pelt ver­schenkt wur­de. Be­kommt man bei­spiels­wei­se die schöns­ten Schla­ger­inter­pre­ta­tio­nen zum Fest, ist aber Hea­vy-Me­tal-Fan, soll­te man die CD nicht ent­sie­geln. So kann man sie auch nach dem Fest um­tau­schen – so­fern der Händ­ler ku­lant ist. Wie lan­ge gel­ten Gut­schei­ne? Gut­schei­ne gel­ten – so­fern nichts an­de­res ver­merkt ist – drei Jah­re ab En­de des Jah­res, in dem der Gut­schein aus­ge­stellt wur­de. „Ein Gut­schein, der im März 2015 ge­kauft wur­de, läuft al­so am 31. De­zem­ber 2018 ab“, sagt Lin­nen­brüg­gerSchau­er. Es ist auch mög­lich, dass der Händ­ler die Gut­schei­ne be­fris­tet. Die Frist muss aber ei­nem an­ge­mes­se­nen Zei­t­raum ent­spre­chen, darf in der Re­gel nicht kür­zer als sechs Mo­na­te sein. Ei­nen An­spruch auf Bar­aus­zah­lung gibt es laut Ver­brau­cher­zen­tra­le nicht. Ge­ne­rell ist nur ein Aus­tausch ge­gen Wa­re oder Di­enst­leis­tung mög­lich.

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