Ein Ohr­wurm und die Lei­den da­nach

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - DIE­TER WE­BER

Sie ken­nen das doch be­stimmt auch: Es er­tönt ei­ne Me­lo­die. Sie sau­gen sie gie­rig auf und ha­ben sie fort­an im Ohr und wer­den sie nicht mehr los. Ohr­wurm nennt man so et­was. Manch­mal ist er schön, manch­mal gräss­lich – und dann er­lei­den Sie Qua­len.

So ge­sche­hen am ers­ten Weih­nachts­tag. Die Da­me des Hau­ses bot sich an, Weih­nachts­lie­der auf der Qu­er­flö­te zu spie­len. Die En­kel­töch­ter setz­ten sich in Po­si­tur. Zu­erst kam „Stil­le Nacht, hei­li­ge Nacht“. Dann „Ihr Kin­der­lein kom­met“. Und dann „In der Weih­nachts­bä­cke­rei.“Wäh­rend die ers­ten bei­den Lie­der kom­men­tar­los blie­ben, kam bei der Weih­nachts­bä­cke­rei, kaum war der letz­te Ton ver­klun­gen, ein: „Noch mal!“Dann war’s pas­siert.

Die Me­lo­die blieb im Kopf. Beim Spa­zier­gang mit dem Hund. Am Kaf­fee­tisch. Bei der Li­ve-Über­tra­gung des Fuß­ball­spiels zwi­schen Li­ver­pool und Leices­ter. Beim Ein­schla­fen. Mit­ten in der Nacht. Am nächs­ten Mor­gen. Im­mer noch.

Jetzt ha­be ich ei­nen Weih­nachts­wunsch fürs nächs­te Jahr: Ich wün­sche mir auf der Qu­er­flö­te von den Sto­nes „Sym­pa­thie for the de­vil“.

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