Trä­ge Gas­kun­den

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON ANTJE HÖNING

Der Groß­han­dels­preis für Gas fällt seit Jah­ren. Ein stei­gen­des An­ge­bot durch Fracking- und Flüs­sig­gas macht es mög­lich. Doch bei den Kun­den kommt da­von kaum et­was an. Im Schnitt zah­len sie pro Jahr 132 Eu­ro zu viel. Wä­re der Gas­preis wie frü­her an den (ab­ge­stürz­ten) Öl­preis ge­bun­den, könn­te die Er­spar­nis noch grö­ßer aus­fal­len. Die Bran­che zeigt mit dem Fin­ger auf den Staat. Das ist bil­lig. Na­tür­lich be­stimmt der Staat die Hälf­te des Prei­ses, aber die an­de­re Hälf­te liegt in der Hand der Ver­sor­ger. Und für sie ist die Ver­lo­ckung groß, Kun­den zu schröp­fen, so lan­ge es geht, um weg­bre­chen­de Er­trä­ge in an­de­ren Be­rei­chen zu kom­pen­sie­ren.

Doch zu ei­ner sol­chen Stra­te­gie ge­hö­ren zwei: An­bie­ter, die auf die Träg­heit ih­rer Ab­neh­mer set­zen, und Kun­den, die das mit sich ma­chen las­sen. Nicht mal je­der drit­te Gas­kun­de hat bis­lang sei­nen An­bie­ter ge­wech­selt. Da­mit ist die Wech­sel­ra­te beim Gas noch ge­rin­ger als beim Strom. Die Sor­ge, im Win­ter im Kal­ten zu sit­zen, ist so tief wie un­be­grün­det. Die Ver­brau­cher ha­ben es in der Hand, ih­re Stadt­wer­ke und RWE zu über­fäl­li­gen Preis­nach­läs­sen zu zwin­gen. BE­RICHT

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