Da­ten­klau am Geld­au­to­ma­ten ver­hin­dern

Der Be­trug mit dem so­ge­nann­ten Skim­ming nimmt ab. Aber die Ge­fahr, dass Die­be an Da­ten ge­lan­gen, ist da­mit nicht ge­bannt. Das kon­takt­lo­se Be­zah­len mit Kar­te gilt als Bei­spiel für ein Ri­si­ko. Aber Kun­den kön­nen sich schüt­zen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON GE­ORG WIN­TERS

DÜSSELDORF Der Da­ten­dieb­stahl am Geld­au­to­ma­ten wird in Deutsch­land im­mer schwie­ri­ger. Von Ja­nu­ar bis No­vem­ber ha­ben Kri­mi­nel­le laut Eu­ro Kar­ten­sys­te­me Gm­bH 111 Geld­au­to­ma­ten ma­ni­pu­liert, um an die Da­ten von Kun­den zu kom­men. Zum Ver­gleich: 2014 wa­ren es 145 Au­to­ma­ten. Der Scha­den, der durch das so­ge­nann­te Skim­ming ent­steht, be­läuft sich auf 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro – ein Re­kord­tief. Kein Wun­der: Zu­min­dest in den ers­ten sechs Mo­na­ten des zu En­de ge­hen­den Jah­res war kein ein­zi­ger Fall von be­trü­ge­ri­schen Kar­ten­fäl­schun­gen im deut­schen Han­del mit ei­ner Gi­ro­card ge­mel­det wor­den.

Das Wort Skim­ming kommt aus dem Eng­li­schen und heißt so viel wie „ab­schöp­fen“oder „ab­grei­fen“. Ab­ge­grif­fen wer­den die In­for­ma­tio­nen, die auf der Eu­ro­scheck-Kar­te ge­spei­chert sind – vor al­lem die Ge­heim­num­mer des Ver­brau­chers. Ha­ben Be­trü­ger die Da­ten, ko­pie­ren sie die Kar­ten und zie­hen da­mit meist im Aus­land Geld.

In Deutsch­land ist die­ses Vor­ge­hen na­he­zu un­mög­lich ge­wor­den, weil die Kar­ten meist mit EMVTech­nik aus­ge­stat­tet sind. Das heißt: Es ist nicht nur der auf der Kar­te ge­spei­cher­te Da­ten­satz ver­schlüs­selt, son­dern beim Geld­ab­he­ben wird die Kar­te auch noch auf ih­re Echt­heit ge­prüft. Je mehr sich die­se Tech­nik in­ter­na­tio­nal durch- setzt, um­so klei­ner wird die Zahl der Län­der, in de­nen die Tä­ter gestoh­le­ne Kar­ten­da­ten noch nut­zen kön­nen. In Eu­ro­pa wa­ren Fäl­le, in de­nen den Die­ben das ge­lang, zu­letzt fast nur noch aus Spa­ni­en be­kannt.

Aber da­mit sind die Ge­fah­ren des Da­ten­klaus nicht ge­bannt. Mehr­mals ha­ben Fach­leu­te be­reits da­vor ge­warnt, dass sich die Tä­ter neue An­griffs­punk­te su­chen könn­ten. Als Bei­spiel gilt die Funk­tech­nik NFC. Die Ab­kür­zung steht für Ne­ar Field Com­mu­ni­ca­ti­on: Wer mit EC- oder Kre­dit­kar­te zahlt, steckt die Kar­te nicht mehr ins Le­se­ge­rät, son­dern die Kar­te wird kon­takt­los ge­le­sen.

Was kön­nen Kun­den tun, um sich ge­gen Skim­ming zu schüt­zen?

Wer am Au­to­ma­ten Geld ab­hebt, soll­te grund­sätz­lich die Tas­ta­tur mit der ei­nen Hand ab­schir­men, wäh- rend er mit der an­de­ren die Ge­heim­zahl ein­tippt. So ist man zu­min­dest vor un­er­wünsch­ten Bli­cken und Ka­me­ras si­cher.

Mit­un­ter fil­men die Da­ten­die­be mit Mi­nika­me­ras, wenn ein Kun­de Geld ab­hebt, oder sie spä­hen mit ei­nem ge­fälsch­ten Tas­ta­tur­auf­satz die Ein­ga­be der Ge­heim­num­mer aus. Er­scheint Ih­nen in der Nä­he des Au­to­ma­ten ei­ne Zu­satz­ein­rich­tung ver­däch­tig, dann he­ben Sie bes­ser kein Geld ab. Wen­den Sie sich an die Bank oder Spar­kas­se.

Be­wah­ren Sie Ih­re Ge­heim­zahl so auf, dass nie­mand sie leicht er­ken­nen kann. Wer das nicht tut, läuft Ge­fahr, dass er ei­nen mög­li­chen Scha­den nicht er­setzt be­kommt. Ban­ken und Spar­kas­sen er­set­zen den Ver­lust zwar in der Re­gel, aber nur dann, wenn der Kun­de sorg­sam mit Kar­te und Ge­heim­num­mer um­ge­gan­gen ist. Tei­len Sie nach ei­nem Ver­lust der Kar­te auch nicht die Ge­heim­zahl ei­nem ver­meint­li­chen Bank­mit­ar­bei­ter mit, der an­geb­lich an­ruft, um Ih­re Kar­te sper­ren zu las­sen. Auch da­hin­ter könn­te der Be­trü­ger ste­cken.

FOTO: DPA

Täu­schend ähn­lich: ei­ne Zu­satz­tas­ta­tur, die Da­ten­die­be auf die Ori­gi­nal­tas­ta­tur mon­tie­ren.

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