Ur­teil: Wis­sen­schaft darf Tex­te von An­ne Frank nut­zen

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

AMS­TER­DAM (dpa) Tex­te aus den Ta­ge­bü­chern von An­ne Frank dür­fen nach ei­nem Ge­richts­ur­teil für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke ko­piert und ver­öf­fent­licht wer­den. Die Frei­heit der Wis­sen­schaft ha­be Vor­rang vor dem Ur­he­ber­recht, ur­teil­te ein Ge­richt im nie­der­län­di­schen Ams­ter­dam. Der Schwei­zer An­ne-Fran­kFonds woll­te ein Ver­bot ei­ner wis­sen­schaft­li­chen Ge­samt­aus­ga­be er­rei­chen.

Der Fonds be­sitzt die Rech­te an den welt­be­rühm­ten Ta­ge­bü­chern, die das jü­di­sche Mäd­chen, das von 1929 bis 1945 leb­te, im Ver­steck vor den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten in Ams­ter­dam wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges ge­schrie­ben hat­te. Die Ta­ge­bü­cher sind im Be­sitz des nie­der­län­di­schen Staa­tes und als Dau­er­leih­ga­be der Ams­ter­da­mer An­ne-Fran­kStif­tung zur Ver­fü­gung ge­stellt wor­den. Die Stif­tung woll­te ur­sprüng­lich im Jahr 2016 ei­ne neue Ge­samt­aus­ga­be der Ta­ge­bü­cher ver­öf­fent­li­che, hat die­ses Pro­jekt aber zu­nächst auf­ge­ge­ben.

Das Ur­he­ber­recht en­det im Prin­zip 70 Jah­re nach Tod von An­ne Frank. Da aber noch 1986 ei­ne Aus­ga­be mit bis da­hin un­ver­öf­fent­lich­ten Tex­ten er­schie­nen war, gilt dem Ge­richts­ur­teil zu­fol­ge das Ur­he­ber­recht wei­te­re 50 Jah­re.

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