Ka­len­der­blatt 30. De­zem­ber 1916

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Zahl­rei­che My­then ran­ken sich um Gri­go­ri Ras­pu­tin. Bis in die heu­ti­ge Zeit ist der Wan­der­pre­di­ger, den Bo­ney M. 1978 als „Lo­ver Of The Rus­si­an Queen“be­sun­gen ha­ben, be­kannt. Ob­wohl zahl­rei­che Auf­zeich­nun­gen über ihn exis­tie­ren, ist sei­ne Person stets ein we­nig rät­sel­haft. Oft wi­der­spre­chen die Qu­el­len ein­an­der: Dem ei­nen Be­richt zu­fol­ge war er ein Frau­en­schwarm, wäh­rend ihn der nächs­te als un­ge­pflegt be­schreibt. Schon zu sei­nen Leb­zei­ten wuss­te die Pres­se über al­ler­lei Skan­da­le zu be­rich­ten – dass er ein Lieb­ha­ber der Za­rin ge­we­sen sei, ist aber nicht zu be­le­gen. Ras­pu­tin galt als Wun­der­hei­ler, und sein Auf­stieg be­gann da­mit, dass er dem jun­gen Za­ren­sohn Ale­xej hel­fen soll­te. Der litt an der Blu­ter­krank­heit und hat­te nach ei­nem Un­fall ei­ne in­ne­re Blu­tung. Die Ärz­te hat­ten den Jun­gen be­reits auf­ge­ge­ben, als Ras­pu­tin er­schien. Als Ale­xej ge­heilt wer­den konn­te, schien der Auf­stieg des Pre­di­gers am Za­ren­hof nicht mehr auf­zu­hal­ten. Der Ein­fluss des un­ge­bil­de­ten Bau­ern­sohns rief na­tür­lich auch Geg­ner auf den Plan. Am 30. De­zem­ber 1916 nach gre­go­ria­ni­schem Ka­len­der wur­de Ras­pu­tin er­mor­det. Draht­zie­her wa­ren sei­ne Fein­de im Um­feld des Za­ren ge­we­sen. Sein Mör­der warf den Schwer­ver­letz­ten in den Fluss Ne­wa, wo er ver­mut­lich er­fror. Die Za­ren­fa­mi­lie über­leb­te ih­ren Be­ra­ter nur um an­dert­halb Jah­re: Im Som­mer 1918 wur­de sie im Zu­ge der Rus­si­schen Re­vo­lu­ti­on er­schos­sen.

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