Neus­ser ret­ten Flücht­lings­boot in Ägä­is

Die Feu­er­wehr-Leit­stel­le des Rhein-Krei­ses Neuss ko­or­di­nier­te die Hil­fe.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

NEUSS Dem ent­schlos­se­nen Han­deln ei­ni­ger Mit­ar­bei­ter der Leit­stel­le des Rhein-Krei­ses Neuss ist es of­fen­bar zu ver­dan­ken, dass Flücht­lin­ge ei­nes vor der grie­chi­schen Küs­te in See­not ge­ra­te­nen Boo­tes ge­ret­tet wer­den konn­ten. Be­gon­nen hat­te die un­ge­wöhn­li­che Ret­tungs­ak­ti­on mit ei­nem An­ruf ei­nes Ara­bisch spre­chen­den Man­nes. Er hat­te die Leit­stel­le aus der zen­tra­len Flücht­lings­un­ter­kunft des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len im ehe­ma­li­gen St.-Ale­xi­us-Kran­ken­haus in Neuss an­ge­ru­fen. Da nie­mand in der Leit­stel­le die Spra­che ver­stand, wuss­te man zu­nächst nicht, was er woll­te. „Er war hör­bar auf­ge­regt, sprach nur Ara­bisch. Ei­ne Ver­stän- di­gung war un­mög­lich“, teil­te ein Spre­cher des Krei­ses mit.

Des­halb kon­tak­tier­te die Be­hör­de die Au­ßen­stel­le der Bot­schaft der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te in Bonn, die sich so­fort be­reit er­klär­te, bei der Über­set­zung zu hel­fen. „Der An­ru­fer war von ei­nem An­ge­hö­ri­gen per Han­dy in­for­miert wor­den, dass ein Flücht­lings­boot mit rund 50 In­sas­sen in grie­chi­schen Ge­wäs­sern zu sin­ken droht“, so der Kreis­spre­cher. Die Be­hör­de nahm den Hil­fe­ruf ernst und in­for­mier­te das grie­chi­sche Kon­su­lat in Düsseldorf, das die Ein­satz­kräf­te in der Ägä­is in­for­mier­te.

Ge­nau 30 Mi­nu­ten nach dem Er­st­an­ruf kam schließ­lich über die Bot­schaft der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te die er­lö­sen­de Nach­richt in die Kreis­leit­stel­le nach Neuss: „Ret­tungs­ak­ti­on in der Ägä­is an­ge­lau­fen.“Das Flücht­lings­boot konn­te of­fen­bar mit­tels Han­dy-Or­tung ge­fun­den wer­den.

Die Leit­stel­le für Ret­tungs­dienst und Brand­schutz des Rhein-Krei­ses Neuss ist an 365 Ta­gen im Jahr rund um die Uhr be­setzt – jähr­lich ge­hen rund 300.000 No­t­ru­fe ein. „Es ist gut zu wis­sen, dass wir auch in au­ßer­ge­wöhn­li­chen Si­tua­tio­nen so zu­ver­läs­sig ar­bei­ten“, sag­te der Spre­cher. Po­li­tik

Nur 30 Mi­nu­ten nach dem ers­ten An­ruf in Neuss war die Ret­tung an­ge­lau­fen

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