Po­len be­rei­tet Sor­gen

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GO­DE­HARD UH­LE­MANN

Was in die­sen Wo­chen in Po­len ge­schieht, hat we­nig mit Re­for­men, um­so mehr aber mit ei­nem um­fas­sen­den Staats­um­bau zu tun. Po­lens Re­gie­rung ist aus de­mo­kra­ti­schen Wah­len her­vor­ge­gan­gen. In­so­fern hat sie Hand­lungs­frei­heit. Das be­deu­tet zu­min­dest nach EU-Stan­dard nicht, am Rechts­staat nach Her­zens­lust her­um­schnei­den zu kön­nen wie an ei­ner wu­chern­den He­cke. Wer das tut, be­schä­digt das Land und des­sen Ruf.

Po­len hat­te in der EU an Ein­fluss ge­won­nen. Do­nald Tusk, einst Re­gie­rungs­chef, ist heu­te EU-Rats­prä­si­dent. Bei der Ein­gren­zung der Ukrai­ne-Kri­se spiel­te Po­len ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Nach der Wahl, die der na­tio­na­lis­ti­schen Par­tei „Recht und Ge­rech­tig­keit“die ab­so­lu­te Mehr­heit be­scher­te, wird ri­go­ros ge­gen das Ver­fas­sungs­ge­richt und die Me­di­en vor­ge­gan­gen. Das Ge­richt wur­de sei­ner Kon­troll­funk­ti­on weit­ge­hend ent­ho­ben, Ra­dio und Fern­se­hen wer­den „na­tio­na­le Me­di­en“, die sich um kul­tu­rel­le und his­to­ri­sche Be­lan­ge küm­mern sol­len. Was das ist, be­stimmt der Staat. Nun sol­len die Spit­zen­be­am­ten von der Re­gie­rung be­stimmt wer­den – und es geht wei­ter. BE­RICHT

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