Op­po­si­ti­on sieht Haus­halts­loch von 500 Mil­lio­nen Eu­ro

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜSSELDORF NRW-Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD) droht aus Sicht der Op­po­si­ti­on ein neu­es Haus­halts­loch. Nach Be­rech­nun­gen des fi­nanz­po­li­ti­schen Spre­chers der CDU im Land­tag, Mar­cus Op­tendrenk, löst ein bis­lang un­be­ach­te­ter Son­der­ef­fekt im Lan­des­etat ei­nen Fehl­be­trag von bis zu 500 Mil­lio­nen Eu­ro aus: NRW ha­be 2015 deut­lich mehr Um­satz­steu­er er­zielt als der Schnitt al­ler Bun­des­län­der und wer­de des­halb noch ei­nen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in den Um­satz­steu­er­aus­gleich ein­zah­len, über den die Bun­des­län­der sol­che Un­gleich­ge­wich­te aus­glei­chen müs­sen.

Op­tendrenk be­ruft sich bei sei­nen Be­rech­nun­gen un­ter an­de­rem auf In­for­ma­tio­nen aus dem Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um: Dem­nach be­trug der Um­satz­steu­er­zu­wachs im Durch­schnitt al­ler Bun­des­län­der bis En­de Ok­to­ber 6,8 Pro­zent, in NRW al­ler­dings nach An­ga­ben des NRW-Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums im glei­chen Zei­t­raum 11,3 Pro­zent.

Ein Spre­cher des NRW-Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums sag­te da­zu: „Die ak­tu­el­len Zah­len aus dem Um­satz­steu­er­aus­gleich für das letz­te Quar­tal 2015 lie­gen uns noch nicht vor. Eben­so we­nig die Zah­len aus den an­de­ren Bun­des­län­dern. Wel­chen Bei­trag Nord­rhein-West­fa­len für den Um­satz­steu­er­aus­gleich des Aus­gleichs­jah­res 2015 leis­ten wird, kann der­zeit noch nicht er­mit­telt wer­den.“Die Ge­samt­steu­er­ein­nah­men 2016 lä­gen erst im Ja­nu­ar vor.

Der fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU im Land­tag, Mar­cus Op­tendrenk, be­zwei­felt das: „So­wohl in den ver­gan­ge­nen Jah­ren als auch in an­de­ren Bun­des­län­dern lie­gen die­se Zah­len in al­ler Re­gel stets ab Mit- te De­zem­ber vor. Zu­min­dest in Form ei­ner weit­ge­hend ge­nau­en Hoch­rech­nung. Er wit­tert Kal­kül: „Der Land­tag hat am 16. De­zem­ber den vier­ten Nach­trags­haus­halt 2015 und den Haus­halts­plan 2016 ver­ab­schie­det. Soll­te sich her­aus­stel­len, dass der Fi­nanz­mi­nis­ter zu die­sem Zeit­punkt be­reits von ei­nem Kor­rek­tur­be­darf in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he wuss­te, wird das sehr erns­te Kon­se­quen­zen ha­ben.“

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