CSU ver­langt Ein­rei­se­ver­bot für Flücht­lin­ge oh­ne Pa­pie­re

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (qua) In der gro­ßen Ko­ali­ti­on ist er­neut Streit über die Flücht­lings­po­li­tik aus­ge­bro­chen. Nach dem Wil­len der CSU soll künf­tig Flücht­lin­gen an der deut­schen Gren­ze die Ein­rei­se ver­wei­gert wer­den, wenn sie kei­ne gül­ti­gen Aus­weis­do­ku­men­te vor­le­gen kön­nen. Dies geht aus ei­nem Be­schluss­pa­pier für die tra­di­tio­nel­le CSU-Klau­sur An­fang Ja­nu­ar in Wild­bad Kreuth her­vor. Die dau­er­haf­te Re­du­zie­rung des Flücht­lings­stroms nach Deutsch­land sei „zwin­gen­de Be­din­gung, um un­se­rem An­spruch auf Si­cher­heit und nach ei­ner hu­ma­ni­tä­ren Auf­nah­me“ge­recht zu wer­den, heißt es in dem Be­schluss­pa­pier. Auch Ab­schie­bun­gen straf­fäl­li­ger Asyl­be­wer­ber sol­len ver­ein­facht wer­den – künf­tig soll da­für ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe aus­rei­chen.

Aus der Ko­ali­ti­on gab es Wi­der­spruch. „Hin­sicht­lich der CSU-For­de­run­gen nach Zu­rück­wei­sung von Flücht­lin­gen oh­ne gül­ti­ge Aus­weis- do­ku­men­te sind zur Zeit kei­ne wei­te­ren Än­de­run­gen ge­plant“, er­klär­te In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU). Deut­li­che Kri­tik üb­te die SPD an dem Vor­stoß des Ko­ali­ti­ons­part­ners. „Das ist kei­ne gu­te Idee der CSU“, sag­te Vi­ze­frak­ti­ons­che­fin Eva Högl un­se­rer Re­dak­ti­on. Es ge­be Men­schen, de­nen es nur mit ge­fälsch­ten Pa­pie­ren ge­lin­ge, vor Ver­fol­gung zu flie­hen, be­ton­te Högl. Je­de Person, die in Deutsch­land Schutz su­che, ha­be ei­nen An­spruch dar­auf, dass ihr An­lie­gen ge­prüft wer­de – „auch oh­ne Pa­pie­re“.

Nach An­ga­ben der baye­ri­schen Lan­des­re­gie­rung sind im ver­gan­ge­nen Jahr knapp 1,1 Mil­li­on Flücht­lin­ge in Deutsch­land an­ge­kom­men. Der Groß­teil sei über Bay­ern ein­ge­reist, er­klär­te die baye­ri­sche So­zi­al­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU). We­gen mög­li­cher Dop­pel­re­gis­trie­run­gen und teil­wei­se nicht re­gis­trier­ter Flücht­lin­ge gel­ten die Zah­len noch nicht als ge­si­chert.

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