Kraft: Deutsch­land und NRW ha­ben Gott­fried Ar­nold viel zu ver­dan­ken

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

DÜSSELDORF (RP) Der Tod des Ver­le­gers der Rhei­ni­schen Post, Gott­fried Ar­nold, hat bun­des­weit Be­trof­fen­heit aus­ge­löst. Bun­des­tags­prä­si­dent Nor­bert Lam­mert (CDU) wür­dig­te Ar­nold als prä­gen­de Gestalt der deut­schen Pres­se­land­schaft: „Mit der Zeit ge­hen und blei­ben, wie man ist – das schrieb Gott­fried Ar­nold ein­mal von sei­ner Zei­tung, der Rhei­ni­schen Post. Aber es könn­te auch das Leit­mo­tiv sei­nes Wir­kens ge­we­sen sein, denn von in­ne­rer Über­zeu­gung ge­tra­gen und sich zu den christ­li­chen Wer­ten be­ken­nend, hat er über vie­le Jahr­zehn­te den Wan­del in Deutsch­land mit­be­glei­tet und er­folg­reich mit­ge­stal­tet.“Ar­nold ha­be stets „um die zen­tra­le Be­deu­tung ei­ner un­ab­hän­gi­gen, kri­ti­schen Be­richt­er­stat­tung in der De­mo­kra­tie“ge­wusst.

Ar­nold war am ver­gan­ge­nen Mon­tag im Al­ter von 82 Jah­ren im Krei­se sei­ner Fa­mi­lie ge­stor­ben. Er hat­te über vier Jahr­zehn­te die Ent­wick­lung der Rheinische Post Me­di­en­grup­pe ge­prägt. In sei­ner Wür­di­gung ging Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der auf Ar­nolds Zeit als Par­la­men­ta­ri­er im Deut­schen Bun­des­tag ein: „Er ge­hör­te in schwie­ri­ger Zeit über zwei Jahr­zehn­te der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on an. Er war ein auf­rech­ter De­mo­krat, der auf der Grund­la­ge des christ­li­chen Men­schen­bil­des han­del­te.“

Ar­nold ver­trat von 1961 bis 1983 Düsseldorf als di­rekt ge­wähl­ter Ab­ge­ord­ne­ter im Par­la­ment. Der an­er­kann­te Rechts­wis­sen­schaft­ler, der über den preu­ßi­schen Re­for­mer Har­den­berg pro­mo­viert wur­de, sah die po­li­ti­schen Wer­te sei­nes Va­ters Karl Ar­nold, des ers­ten frei ge­wähl­ten Mi­nis­ter­prä­si­den­ten von Nord­rhein-West­fa­len, als Ver­pflich­tung auch für sei­ne ei­ge­ne Ar­beit.

Lam­mert ging eben­falls auf Ar­nolds Ar­beit im Par­la­ment ein: Er ha­be dort „in der von sei­nem Va­ter be­grün­de­ten Tra­di­ti­on nord­rhein­west­fä­li­scher CDU als so­zia­les Ge­wis­sen der Par­tei“ge­wirkt. Der aus Bochum stam­men­de Par­la­ments­prä­si­dent füg­te hin­zu: „Sein be­stän­di­ges En­ga­ge­ment als De­mo­krat und Par­la­men­ta­ri­er, das ich wäh­rend mei­ner ers­ten Jah­re als Mit­glied des Par­la­ments haut­nah er­le­ben konn­te, wird un­ver­ges­sen blei­ben.“

Der vom Nie­der­rhein stam­men­de Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) wür­dig­te den Ver­stor­be­nen in per­sön­li­chen Wor­ten: „Ger­ne den­ke ich an vie­le gu­te Be­geg­nun­gen mit Gott­fried Ar­nold, der als er­folg­rei­cher Ver­le­ger und Po­li­ti­ker maß­geb­lich zum Auf­bau un­se­res Lan­des bei­ge­tra­gen hat.

Hei­ner Koch Erz­bi­schof von Ber­lin Sein kla­rer Kom­pass und sei­ne Of­fen­heit für die Her­aus­for­de­run­gen der Zu­kunft blei­ben bei­spiel­ge­bend.“Ar­nold ha­be sich „als ver­ant­wor­tungs­vol­ler Un­ter­neh­mer und Po­li­ti­ker in die öf­fent­li­che De­bat­te zum Woh­le un­se­res Ge­mein­we­sens ak­tiv ein­ge­bracht“.

Ar­nolds Ver­diens­te um das Land Nord­rhein-West­fa­len wür­dig­te Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD): Deutsch­land und NRW hät­ten Ar­nold viel zu ver­dan­ken. „Er war ein en­ga­gier­ter und lei­den­schaft­li­cher Ver­fech­ter von Frei­heit und De­mo­kra­tie“, er­klär­te sie. Ar­nold ha­be sich „mit gan­zem Her­zen als Un­ter­neh­mer und Her­aus­ge­ber ei­ner der tra­di­ti­ons­reichs­ten Zei­tun­gen un­se­res Lan­des emp­fun­den und ent­spre­chend ge­han­delt“. Op­po­si­ti­ons­füh­rer Ar­min La­schet (CDU) ging auf Ar­nolds Ver­wur­ze­lung im Glau­ben ein: „Er selbst war in je­der Funk­ti­on, in je­der Welt, in je­der Si­tua­ti­on stets der Glei­che: Christ und De­mo­krat. Das mach­te ihn so glaub­wür­dig.“Ar­nold ha­be für „christ­li­che Wer­te in Po­li­tik und Pres­se“ge­stan­den: „Sein Er­be ver­pflich­tet.“

Für die ka­tho­li­sche Kir­che, der Ar­nold eng ver­bun­den war, äu­ßer­te sich der Köl­ner Erz­bi­schof Rai­ner Ma­ria Kar­di­nal Wo­el­ki: „Auf je­der Aus­ga­be der Rhei­ni­schen Post ist zu le­sen: ,Zei­tung für Po­li­tik und christ­li­che Kul­tur’. Die­se Kenn­zeich­nung cha­rak­te­ri­siert in mei­nen Au­gen auch Gott­fried Ar­nold, denn er hat sich im­mer als gläu­bi­ger Christ wie als über­zeug­ter De­mo­krat ver­stan­den.“In sei­nem Wir­ken ha­be er bei­des zu ver­ei­nen ge­wusst: „Die Ver­wur­ze­lung im Glau­ben hat ihm Standpunkt und Ori­en­tie­rung in al­len Fra­gen ge­ge­ben.“Wo­el­kis Ber­li­ner Amts­bru­der Hei­ner Koch, ein ge­bür­ti­ger Düs­sel­dor­fer, dach­te an sei­ne Zeit als Hoch­schul­pfar­rer in der Lan­des­haupt­stadt zu­rück: „Ich kann mich leb­haft an ei­ne span­nen­de Dis­kus­si­on mit ihm über die Macht und die Ver­ant­wor­tung der Me­di­en er­in­nern. Man konn­te mit ihm glän­zend dis­ku­tie­ren. Er war auf­ge­schlos­sen, geist­reich und christ­lich.“

Hel­mut Hei­nen, Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger, und Haupt­ge­schäfts­füh­rer Diet­mar Wolff be­zeich­ne­ten Ar­nold als „klu­gen, nach­denk­li­chen Ver­le­ger, der das Zei­tung­ma­chen stets als Pri­vi­leg und ver­ant­wor­tungs­vol­le ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be ver­stan­den hat“. Ar­nold ha­be „nie al­lein die un­ter­neh­me­risch­kauf­män­ni­sche Tä­tig­keit im Blick“ge­habt, „son­dern pfleg­te im­mer den Dia­log mit der Re­dak­ti­on. Un­ter sei­ner Ägi­de ent­wi­ckel­te sich die Rheinische Post zu ei­nem der füh­ren­den deut­schen Me­di­en­häu­ser.“

„Er war auf­ge­schlos­sen,

geist­reich und christ­lich“

FOTO: GA­B­RI­EL

RP-Her­aus­ge­ber Gott­fried Ar­nold starb im Al­ter von 82 Jah­ren.

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