FBI nimmt me­xi­ka­ni­sche Funk­tio­nä­re fest

Schwei­zer Be­hör­den frie­ren im Fi­fa-Skan­dal 73 Mil­lio­nen Eu­ro auf 13 Kon­ten ein.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT -

ME­XI­KO-STADT (sid) Im Kor­rup­ti­ons­skan­dal beim Fuß­ball-Welt­ver­band Fi­fa sind hoch­ran­gi­ge Mit­glie­der des me­xi­ka­ni­schen Ver­ban­des in Mia­mi vom FBI in­haf­tiert wor­den. In ei­ner Pres­se­kon­fe­renz be­stä­tig­te Me­xi­kos Staats­prä­si­dent En­ri­que Pe­na Nieto die Ver­haf­tung von vier Per­so­nen, dar­un­ter der erst seit Au­gust tä­tig­te Ver­bands­chef De­cio De Ma­ria und des­sen Vor­gän­ger Jus­ti­no Com­pean.

Pe­na Nieto ließ kei­ne Zwei­fel an der Schwe­re der Be­weis­last ge­gen das Duo auf­kom­men. „Die me­xi­ka­ni­sche Re­gie­rung be­tei­ligt sich an­ge­sichts der schänd­li­chen Ta­ten von De­cio de Ma­ria und Jus­ti­no Com­pean an den in­ter­na­tio­na­len Be­mü­hun­gen, die Kor­rup­ti­on im Fuß­ball zu stop­pen“, sag­te Pe­na Nieto. Man wer­de auch das Ver­hal­ten von Of­fi­zi­el­len der me­xi­ka­ni­schen Li­ga un­ter­su­chen.

Com­pean ist ei­ner von drei Vi­ze­Prä­si­den­ten des Kon­ti­nen­tal­ver­ban­des für Nord- und Mit­tel­ame­ri­ka so­wie die Ka­ri­bik (CONCACAF), der nach der Ver­haf­tung von Prä­si­dent Al­f­re­do Ha­wit (Hon­du­ras) der­zeit füh­rungs­los ist. Com­pean ist seit 1986 im Welt­fuß­ball auf Funk­tio­närs­ebe­ne tä­tig, zu Be­ginn ar­bei­te­te er als Mit­glied des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees der WM in Me­xi­ko.

Der frü­he­re Fi­fa-Vi­ze­prä­si­dent Eu­ge­nio Fi­gue­re­do (Uru­gu­ay) muss nach sei­nem um­fas­sen­den Ge­ständ­nis im Kor­rup­ti­ons­skan­dal um zahl­rei­che süd­ame­ri­ka­ni­sche Topfunk­tio­nä­re des Fuß­ball-Welt­ver­ban­des in sei­ner Hei­mat zwei bis 15 Jah­re Ge­fäng­nis fürch­ten. Das geht aus der An­kla­ge­schrift ge­gen den 83 Jah­re al­ten Ex-Boss des Kon-

Me­xi­kos Prä­si­dent Pe­na Nieto ti­nen­tal­ver­ban­des CON­ME­BOL we­gen „Be­trugs und Geld­wä­sche“her­vor. Die Staats­an­walt­schaft in Mon­te­vi­deo leg­te die An­kla­ge­schrift vor.

Die uru­gu­ay­ischen Er­mitt­ler be­grün­de­ten ih­ren Straf­an­trag mit be­mer­kens­wer­ten Er­kennt­nis­sen aus Fi­gue­re­dos Ver­neh­mun­gen seit sei- ner Aus­lie­fe­rung aus der Schweiz an Hei­lig­abend. Dem­nach hat Uru­gu­ays in­haf­tier­ter Ex-Ver­bands­chef „nicht nur ein Mo­nats­ge­halt von 40.000 Dol­lar für sei­ne Tä­tig­keit als Prä­si­dent des CON­ME­BOL er­hal­ten, son­dern au­ßer­dem mo­nat­lich 50.000 Dol­lar Be­ste­chungs­gel­der kas­siert, die er in Uru­gu­ay in Im­mo­bi­li­en in­ves­tier­te“.

Laut Staats­an­walt­schaft kas­sier­te Fi­gue­re­do die Schmier­gel­der jah­re­lang von zwei ar­gen­ti­ni­schen Sport­ver­mark­tungs­fir­men, ge­gen die auch die US-Jus­tiz we­gen Kor­rup­ti­ons­ver­dach­tes er­mit­telt. Fi­gue­re­do ha­be „mit arg­lis­ti­gen Tricks und Ma­chen­schaf­ten“im Ge­gen­zug für die fi­nan­zi­el­len Zu­wen­dun­gen da­für ge­sorgt, dass die seit Jah­ren be- ste­hen­den Ge­schäfts­be­zie­hun­gen „nicht ge­stört wur­den“. Fi­gue­re­do war im Mai zu­sam­men mit sechs wei­te­ren Fi­fa-Funk­tio­nä­ren vor dem Kon­gress des Welt­ver­ban­des in Zü­rich ver­haf­tet wor­den.

Schwei­zer Be­hör­den ha­ben im Zu­ge des Skan­dals 73 Mil­lio­nen Eu­ro auf 13 Kon­ten ein­ge­fro­ren. Das teil­te das Bun­des­amt für Jus­tiz in Bern mit. Zu­gleich wur­den der USJus­tiz „ers­te Be­weis­mit­tel für Straf­ver­fah­ren ge­gen hoch­ran­gi­ge Fi­faFunk­tio­nä­re“über­mit­telt. Da­bei han­de­le es sich um Un­ter­la­gen zu 50 Bank­kon­ten, über die Be­ste­chungs­gel­der für die Ver­ga­be von Ver­mark­tungs­rech­ten im Zu­sam­men­hang mit Tur­nie­ren in Latein­ame­ri­ka und den USA ge­flos­sen sein sol­len.

„Schänd­li­che Ta­ten von de Ma­ria und Com­pean“

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