Das Bö­se stirbt nie

Der drit­te „Tat­ort“mit Til Schwei­ger ist er­neut ein Action-Spek­ta­kel, aber auch Dra­ma und Tra­gö­die.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN AM FREITAG - VON TIL­MANN P. GANGLOFF

HAM­BURG LKA-Kom­mis­sar Tschil­ler (Til Schwei­ger) will ver­hin­dern, dass Ham­burg end­gül­tig in die Hän­de der kur­di­schen Ma­fia fällt. Dem Clan-Boss Fi­rat As­tan (Erd­al Yil­diz) ist in die­sem Zwei­kampf je­des Mit­tel recht. Im drit­ten Film, „Der gro­ße Schmerz“, trifft der Gangs­ter den Po­li­zis­ten an sei­nem wun­des­ten Punkt. As­tan soll nach Bay­ern ver­legt wer­den und will sich wäh­rend der Über­stel­lung be­frei­en las­sen. Sei­ne Leu­te ent­füh­ren Tschil­lers Frau und Toch­ter (Stefanie Stap­pen­beck, Lu­na Schwei­ger). Er soll den Trans­port be­glei­ten und As­tan un­ter­wegs lau­fen las­sen.

Die Hand­lung ist über­schau­bar; die Kri­mis aus Ham­burg wol­len nicht durch raf­fi­nier­te Ge­schich­ten, son­dern durch den pu­ren Thrill fes­seln. Das ge­lingt wie­der vor­treff­lich: Re­gis­seur Chris­ti­an Al­vart ist er­neut ein pa­cken­des Action-Spek­ta­kel ge­lun­gen. An­ders als in ver­gleich­ba­ren Hol­ly­wood-Pro­duk­tio­nen kann der Auf­wand na­tür­lich nicht von Mal zu Mal er­höht wer­den. „Der gro­ße Schmerz“ist zwar eben­so wie sei­ne bei­den Vor­gän­ger sicht­bar teu­rer als an­de­re Fern­seh­fil­me, aber Stei­ge­run­gen sind im Grun­de nur auf emo­tio­na­ler Ebe­ne mög­lich; des­halb ist das Werk dies­mal nicht nur Dra­ma, son­dern auch Tra­gö­die. Den di­ver­sen Prü­ge­lei­en und Bal­le­rei­en zum Trotz ist das Dreh­buch von Au­tor Chris­toph Darn­städt durch­aus klug kon­stru­iert.

Buch und Re­gie ha­ben es ge­schickt ver­mie­den, die Action-Sze­nen zu ein­sa­men Hö­he­punk­ten wer­den zu las­sen. Der Rest des Films soll nicht nur die Zeit bis zur nächs­ten Ac­tion­sze­ne über­brü­cken, zu­mal die wei­te­ren Fi­gu­ren mehr als bloß Be­gleit­schutz bie­ten. Fah­ri Yar­dim hat als Tschil­lers be­din­gungs­los loya­ler Part­ner groß­ar­ti­ge Mo­men­te und viel mehr Dia­log als Schwei­ger, weil Yal­cin Gü­mer lau­ni­ge Selbst­ge­sprä­che zu füh­ren pflegt. Die Gast­rol­le des Man­nes, bei dem man lan­ge nicht weiß, auf wel­cher Sei­te er steht, spielt Arnd Kla­wit­ter als ker­ni­ger In­nen­se­na­tor. He­le­ne Fi­scher ist die Über­ra­schung des Films. Dank ih­res küh­len Cha­ris­mas ent­puppt sich die Sän­ge­rin als per­fek­te Be­set­zung für die schwarz­haa­ri­ge Ley­la, die ei­nen völ­lig an­de­ren Part in dem Kom­plott ge­gen Tschil­ler spielt als an­fangs ver­mu­tet. „Tat­ort: Der gro­ße Schmerz“, ARD, Fr., 20.15 Uhr

FOTO: NDR

Alek­sej (Sascha Rei­mann, r.) und Pjotr (Ra­pha­el Do­man­ski, l., hin­ten) fol­tern den im­mer noch schweig­sa­men Tschil­ler (Til Schwei­ger).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.