Stil­le Ta­ge ge­ra­de jetzt

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖCKER AN KAR­FREI­TAG DARF NICHT JE­DE

Die christ­li­chen Tra­di­tio­nen in die­sem Land wer­den wei­ter ge­schleift. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat das baye­ri­sche Tanz­ver­bot an Kar­frei­tag für ver­fas­sungs­wid­rig er­klärt. Ju­ris­tisch ist das nach­voll­zieh­bar. Die be­son­ders schar­fen baye­ri­schen Re­geln, die Mu­sik­ver­an­stal­tun­gen in ge­schlos­se­nen Räu­men ver­bie­ten, sind im Ver­gleich zu den Aus­nah­men an an­de­ren Fei­er­ta­gen schwer mit dem Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit ver­ein­bar. Trotz­dem ist die Bot­schaft, die die Ju­beln­den nun in die Ge­sell­schaft tra­gen, schwer er­träg­lich.

Christ­li­che Tra­di­tio­nen wer­den zu­se­hends wie ein ärm­li­ches Re­likt aus fer­nen Ta­gen be­han­delt. Ein stil­ler Tag des Ge­den­kens passt eben nicht in ei­ne mul­ti­kul­tu­rel­le, di­gi­ta­le 24-St­un­den-En­ter­tain­ment­welt. Da­bei bräuch­ten wir den stil­len Tag ge­ra­de jetzt mehr denn je. Die Ge­sell­schaft soll­te dar­über dis­ku­tie­ren, was uns die christ­li­chen Fei­er­ta­ge und ihr Schutz im Grund­ge­setz noch wert sind. Und die kla­gen­den At­he­is­ten soll­ten die Fra­ge be­ant­wor­ten, war­um sie das Tanz­ver­bot kri­ti­sie­ren, aber den frei­en (Ar­beits-)Tag na­tür­lich nie in­fra­ge stel­len wür­den. BE­RICHT

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