Grü­ne wer­fen der SPD Steu­er­geld-Ver­schwen­dung vor

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜS­SEL­DORF Ge­plant war ei­ne Wer­be­kam­pa­gne für die In­fra­struk­tur­maß­nah­men der Lan­des­re­gie­rung. Her­aus­ge­kom­men ist ein di­cker Ko­ali­ti­ons­krach.

„Nach Geld und Plä­nen geht es jetzt um ge­mein­sa­mes Wol­len“, twit­ter­te NRW-Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD) noch in der Nacht zu ges­tern von ei­ner No­bel-Ver­an­stal­tung im Düs­sel­dor­fer Ca­pi­tol-Thea­ter. Gleich drei SPDLan­des­mi­nis­ter par­lier­ten dort bei Häpp­chen vom Buf­fet mit rund 120 Gäs­ten über die Fra­ge, wie man Bür­gern zu­sätz­li­chen Flug­ver­kehr, neue Au­to­bahn- und Gleis­bau­stel­len schmack­haft ma­chen kann.

Ei­ne von vie­len ge­plan­ten Pu­bli­kums­ver­an­stal­tun­gen, mit de­nen die Mi­nis­ter Wal­ter-Bor­jans, Micha­el Gro­schek (Ver­kehr) und Gar­relt Du­in (Wirt­schaft) für ihr neu­es „Bünd­nis für In­fra­struk­tur“wer­ben, dem auch Wirt­schafts­ver­bän­de bei­ge­tre­ten sind. Er­klär­tes Ziel: Ver­zö­ge­run­gen durch Bür­ger­initia­ti­ven bei gro­ßen Bau­vor­ha­ben zu ver­klei­nern. Die Initia­ti­ve soll so­gar ei­ne ei­ge­ne Ge­schäfts­stel­le be­kom­men.

„Was kos­ten ei­gent­lich die­se Ver­an­stal­tun­gen“, twit­ter­te der fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen zu­rück. Wal­ter-Bor­jans ant­wor­te­te bis­sig: „Den Steu­er­zah­ler? We­ni­ger als man­che Pro­test­ak­tio­nen.“Was der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Arndt Klo­cke, dann in dem­sel­ben Tweet so kon­ter­te: „Wenn das ge­mein­sa­me Wol­len so gut klappt wie bei der Ein­bin­dung der Ko­ali­ti­ons­part­ner ins Bünd­nis, wird’s si­cher ne Rie­sen­num­mer.“

Kurz­um: Die Grü­nen dis­tan­zie­ren sich nicht nur von dem Bünd­nis, son­dern sie kri­ti­sie­ren aus­drück­lich auch, dass der Steu­er­zah­ler da­für auf­kom­men muss. Auf Nach­fra­ge be­stä­tig­te der Grü­ne Abel ges­tern un­se­rer Re­dak­ti­on: „Ich wer­fe de- nen Ver­schwen­dung von Steu­er­mit­teln vor. Es sind öf­fent­li­che Gel­der, da­mit die drei al­ten Her­ren ihr Pro­fil schär­fen und ge­gen Bür­ger­be­tei­li­gung und Na­tur­schutz schie­ßen.“Aus Abels Sicht han­delt es sich eben „nicht um die Darstel­lung der Po­li­tik der Lan­des­re­gie­rung“.

Die Kos­ten der Bünd­nis-Ak­tio­nen sind nach Aus­kunft des Bau­mi­nis­te­ri­ums noch nicht ab­seh­bar. Ein Spre­cher be­stä­tig­te aber die Fi­nan­zie­rung aus dem Lan­des­haus­halt. Der Streit er­in­nert an die „Tat­kraft“Af­fä­re im Land­tags­wahl­kampf 2012: Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft tauch­te bei ei­ner Ver­an­stal­tungs­rei­he je­weils in den Be­rufs­all­tag von Bür­gern ein und ließ sich da­bei fil­men. Die Kos­ten von je rund 20.000 Eu­ro wur­den von der Op­po­si­ti­on als „SPD-Image­po­li­tur auf Lan­des­kos­ten“kri­ti­siert. Dies­mal ist es so­gar der ei­ge­ne Ko­ali­ti­ons­part­ner, der die SPD-Ver­an­stal­tun­gen an­greift.

24 MalVor­freu­de

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