Dau­men hoch für Be­hin­der­te auf dem Ar­beits­markt

Ob­wohl sie über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­ziert und mo­ti­viert sind, ha­ben Schwer­be­hin­der­te es oft nicht ein­fach, ei­nen Ar­beits­platz zu fin­den. Die Ko­ope­ra­ti­on von Za­lan­do und der Ar­beits­agen­tur zeigt auf, wie viel Po­ten­zi­al in die­ser Grup­pe steckt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES -

Und das mit Er­folg. „Seit Ok­to­ber ha­ben wir im Agen­tur­be­zirk we­ni­ger als 2000 schwer­be­hin­der­te Ar­beits­lo­se“, sagt Agen­tur-Che­fin An­ge­la Schoofs – 981 sind es der­zeit in Mön­chen­glad­bach, 979 im RheinK­reis Neuss. Vor Jah­res­frist wa­ren es noch 8,2 Pro­zent mehr. Das liegt nicht nur, aber auch an Za­lan­do. „Wir ha­ben mit dem Un­ter­neh­men dies­be­züg­lich tol­le Er­fah­run­gen ge­macht“, sagt Jür­gen Bochan­nek, der bei der Ar­beits­agen­tur das 17-köp­fi­ge Team für Re­ha­bi­li­ta­ti­on und Schwer­be­hin­der­te lei­tet. 80 Be­hin­der­te, da­von 28 Ge­hör­lo­se, zwi- schen 19 und 62 aus Mön­chen­glad­bach, dem Rhein-Kreis, dem Kreis Heins­berg, Er­kelenz, Hü­ckel­ho­ven und Berg­heim hat die Agen­tur in den ver­gan­ge­nen an­dert­halb Jah­ren an Za­lan­do ver­mit­telt. Sie ar­bei­ten dort nicht et­wa als iso­lier­tes Team, son­dern in den un­ter­schied­lichs­ten Ab­tei­lun­gen vom Wa­ren­ein­gang bis zur Re­tou­ren­ab­wick­lung.

„Schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter sind über­durch­schnitt­lich mo­ti­viert und loy­al“, sagt Ha­big – ei­ne Ein­schät­zung, die Bochan­nek teilt: „Die­se Ar­beit­neh­mer hat­ten es im­mer schwe­rer als an­de­re und muss­ten für al­les mehr kämp­fen.“Au­ßer­dem sei­en zwei Drit­tel der Schwer­be­hin­der­ten gut aus­ge­bil­det, hät­ten min­des­tens Fach­kräf­teni­veau. Den­noch, weiß sein Ver­mitt­ler Ro­man Bent­ler zu be­rich­ten, ge­be es vie­le Vor­ur­tei­le, die ge­ra­de Ar­beit­ge­ber der Grup­pe im­mer noch ent­ge­gen- brin­gen. „Das reicht von ,Die sind doch gar nicht leis­tungs­fä­hig’ bis hin zu ,Stel­le ich den ein, krie­ge ich den durch den hö­he­ren Kün­di­gungs­schutz doch nie wie­der los’.“Bei­des sei im Üb­ri­gen grund­falsch.

Das Re­ha-Team der Agen­tur ist An­sprech­part­ner und gibt Hil­fe­stel­lung bei der Ver­mitt­lung von Be­hin­der­ten an Fir­men, hilft aber auch, den Weg durch den Pa­ra­gra­fend­schun­gel zu meis­tern, wenn sich et­wa bei ei­nem be­hin­der­ten In­ge­nieur die Seh­kraft wei­ter ver­rin­gert. Bei Za­lan­do hat das schon ge­fruch­tet. „Bei uns ha­ben sich mitt­ler­wei­le Teams ge­bil­det, die sich ge­gen­sei­tig die Gr­und­zü­ge der Ge­bär­den­spra­che bei­brin­gen“, sagt Ha­big. Und: Ge­ra­de in der gut ver­netz­ten Ge­hör­lo­sen­sze­ne ha­be sich die Schwer­be­hin­der­ten-Freund­lich­keit der Fir­ma „her­um­ge­spro­chen“– es ge­be schon Initia­tiv­be­wer­bun­gen.

FOTO: AR­BEITS­AGEN­TUR

von links: Chris­tel Ha­big (Stand­ort­lei­te­rin Za­lan­do, Me­la­nie St­ein­ke (Per­so­nal­lei­te­rin/HR-Ma­na­ger Za­lan­do) Jür­gen Bochan­nek (Lei­ter des Re­ha/SB-Teams der Agen­tur für Ar­beit Mön­chen­glad­bach) und An­ge­la Schoofs (Lei­te­rin der Agen­tur für Ar­beit Mön­chen­glad­bach), beim gest­ri­gen Pres­se­ter­min.

FOTO: SHUTTERSTOCK/PATTYPHOTOART

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