Müs­sen Glad­ba­cher Wett­bü­ros bald ei­ne Steu­er zah­len?

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON RALF JÜN­GER­MANN

Kre­feld hat sie. Düs­sel­dorf auch. Und das west­fä­li­sche Ha­gen war ei­ner der Vor­rei­ter. Bald könn­te auch Mön­chen­glad­bach ei­ne neue Steu­er be­kom­men, die die In­ha­ber von Wett­bü­ros zu zah­len ha­ben. Die Lin­ke be­an­tragt dies und fin­det mög­li­cher­wei­se Zu­stim­mung bei den an­de­ren Par­tei­en. Zehn Eu­ro pro Qua­drat­me­ter der Bü­ro­flä­che pro Ka­len­der­mo­nat sol­len fäl­lig wer­den. Das ist auch der Satz, den die meis­ten an­de­ren Kom­mu­nen ge­wählt ha­ben. Die Lin­ke schlägt vor, die­se Mehr­ein­nah­men für die prä­ven­ti­ve Sucht­be­kämp­fung zu ver­wen­den. Käm­me­rer Bernd Ku­ckels er­klär­te da­zu im Fi­nanz­aus­schuss, die Ver­wal­tung prü­fe, ob sich die Ein­füh­rung ei­ner sol­chen Wett­bü­ro­steu­er für die Stadt loh­ne.

Recht­lich zu­läs­sig scheint die Steu­er, die das nord­rhein-west­fä­li­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um 2014 als ge­neh­mi­gungs­fä­hig er­klärt hat­te, zu sein. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter hat im April ent­schie­den, dass die neue Son­der­steu­er zu­läs­sig ist. Ge­gen die­se Ent­schei­dung des Ge­richts läuft zwar noch ein Re­vi­si­ons­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Rechts­ex­per­ten hal­ten es aber für un­wahr­schein­lich, dass die Steu­er dort für un­zu­läs­sig er­klärt wird. Schon bei der Bet­ten­steu­er, de­ren Ein­füh­rung Mön­chen­glad­bach zeit­wei­lig auch er­wo­gen hat­te, gab es ei­ne lan­ge Klä­rung durch al­le In­stan­zen.

Für Ku­ckels ist die Recht­mä­ßig­keit aber nur ein Fak­tor von meh­re- ren. „Wir müs­sen prü­fen, ob sich die Ein­füh­rung der Wett­be­werb­steu­er für die Stadt auch wirk­lich lohnt“, sag­te Ku­ckels im Haupt­aus­schuss. Da­zu müs­se man den Per­so­nal­auf­wand der Ver­wal­tung und die mög­li­chen Ein­nah­men ge­gen­ein­an­der auf­rech­nen. „Ich ha­be den Ein­druck, dass der Markt zu­letzt in Mön­chen­glad­bach eher ge­wach­sen ist. Das spricht da­für, dass sich die Steu­er loh­nen könn­te“, so Ku­ckels wei­ter.

Nach die­ser Prü­fung der Ver­wal­tung wol­len CDU und SPD ent­schei­den, ob sie dem Vor­schlag fol­gen wol­len. Ei­ne sol­che Steu­er hät­te ei­nen ord­nungs­po­li­ti­schen Aspekt – Wet­ten zu er­schwe­ren – und ei­nen, der den Haus­halt be­trifft. „Oh­ne dass uns das et­was für den Haus­halt bringt, wür­den wir dem nicht zu­stim­men“, sagt der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Fe­lix Hein­richs. Ihm ist wich­tig, dass die Ver­wal­tung die Er­fah­rung je­ner Kom­mu­nen ein­holt, die schon Er­fah­run­gen mit der Wett­bü­ro­steu­er ge­sam­melt ha­ben. Fe­lix Hein­richs: „Erst da­nach ha­ben wir ei­ne so­li­de Ba­sis, um das be­wer­ten zu kön­nen.“

FOTO: IMAGO

In­ha­ber von Wett­bü­ros sol­len zur Kas­se ge­be­ten wer­den.

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