Dahl­mei­er do­mi­niert beim Auf­takt

Bei schwie­ri­gen Be­din­gun­gen ge­winnt die 23-Jäh­ri­ge das ers­te Bi­ath­lon-Ein­zel­ren­nen der Sai­son in Östersund. Über 15 Ki­lo­me­ter lässt sie der Kon­kur­renz trotz zwei­er Schieß­feh­ler kei­ne Chan­ce und trägt jetzt das Gel­be Tri­kot.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON PATRICK SCHE­RER

ÖSTERSUND/DÜS­SEL­DORF Fünf Ren­nen. Gold, Sil­ber, drei­mal Bron­ze. Ei­ne atem­be­rau­ben­de Bi­lanz, die Lau­ra Dahl­mei­er bei der Bi­ath­lonWM in Os­lo in der ver­gan­ge­nen Sai­son ab­ge­lie­fert hat. Da­nach war sie nach ei­ge­ner Aus­sa­ge „aus­ge­brannt. Vom Kör­per her und auch vom Kopf“. Vier Wo­chen nahm sie sich bis En­de April ei­ne Aus­zeit in Ne­pal, wan­der­te, schal­te­te vom Sport völ­lig ab. Seit­dem ist sie wie­der fo­kus­siert, weiß um die Er­war­tun­gen, die sie mit ih­ren Leis­tun­gen ge­schürt hat. Ges­tern star­te­te die Lau­ra Dahl­mei­er Sie­ge­rin in Östersund 23-Jäh­ri­ge dann wie­der fa­mos in die neue Sai­son. Sie ge­wann im schwe­di­schen Östersund das Ein­zel­ren­nen über 15 km – und war nach dem bes­ten Sai­son­start ih­rer jun­gen Kar­rie­re über­glück­lich. „Das ist ein ganz gro­ßer Mo­ment für mich. Das Gel­be Tri­kot ist et­was, da­von träu­me ich seit Kin­der­ta­gen. Das ist echt der Wahn­sinn“, sag­te Dahl­mei­er, die nun erst­mals das Leib­chen der Welt­cup-Füh­ren­den trägt. Die letz­te Deut­sche, die das Gel­be Tri­kot trug, war Mag­da­le­na Neu­ner im März 2012.

Als Drit­te ging Lau­ra Dahl­mei­er auf die Stre­cke. Nach dem ers­ten Ki­lo­me­ter rief Trai­ner To­bi­as Rei­ter sei­ner Top-Ath­le­tin zu: „Der An­fang passt so. Gut rein­ge­kom­men, ja­woll!“We­nig spä­ter wur­de die Lau­ne des Trai­ners noch bes­ser. Nach dem ers­ten Lie­gend­schie­ßen stand Dahl­mei­er oh­ne Feh­ler auf. Und mit die­sem ers­ten Er­folgs­er­leb­nis im Rü­cken zog sie auf und da­von. Auch der nun auf­kom­men­de star­ke Wind, mit dem vie­le Ath­le­tin­nen zu kämp­fen hat­ten, be­rei­te­te Dahl­mei­er nur we­nig Pro­ble­me. „Die Mä­dels tun sich jetzt na­tür­lich deut­lich schwe­rer – vor al­lem im Ste­hendschie­ßen“, sag­te Bun­des­trai­ner Ge­rald Hö­nig bei der ARD, wäh­rend das Ren­nen lief. Dahl­mei­er wa­ren die schwie­ri­gen Be­din­gun­gen egal. Schnell in der Loi­pe, ziel­si­cher am Schieß­stand prä­sen­tier­te sich die Gar­misch-Par­ten­kir­che­ne­rin.

Mit ins­ge­samt zwei Schieß­feh­lern und ei­ner über­ra­gen­den Zeit von 46:14,0 über­quer­te sie die Zi­el­li­nie.

„Das Gel­be Tri­kot ist et­was, da­von träu­me ich seit Kin­der­ta­gen“ „Die Mä­dels tun sich deut­lich schwe­rer – vor al­lem im Ste­hendschie­ßen“

Ge­rald Hö­nig Bun­des­trai­ner zu den Wind­ver­hält­nis­sen Da­nach war klar, dass ei­gent­lich nur ei­ne Ath­le­tin oh­ne Feh­ler beim Schie­ßen der Deut­schen ge­fähr­lich wer­den könn­te. Als der Fran­zö­sin Anä­is Bes­cond im letz­ten Schie­ßen ein Feh­ler un­ter­lief, war das Ren­nen ent­schie­den. „Ich fühl­te mich nicht be­son­ders schnell. Es war ein schwie­ri­ges Ren­nen. Da­mit ha­be ich nie ge­rech­net“, sag­te Dahl­mei­er. Sie ver­wies Bes­cond (ei­ne Straf­mi­nu­te/+15,8 Se­kun­den) und die feh­ler­freie Dar­ja Jur­ke­witsch (+1:17,3 Mi­nu­ten) aus Weiß­russ­land auf die Plät­ze.

In die Top Ten schaff­ten es auch Fran­zis­ka Preuß (Haag/3) als Vier­te und Va­nes­sa Hinz (Schlier­see/3) als Zehn­te. Fran­zis­ka Hil­de­brand (Claus­thal-Zel­ler­feld/5) lan­de­te auf dem 25. Rang, Ma­ren Ham­mer­schmidt (Win­ter­berg/8) als 56. und Mi­ri­am Göss­ner (Gar­misch/11) als 82. ent­täusch­ten.

FOTO: REU­TERS

Prä­sen­tier­te sich in Top-Form: Lau­ra Dahl­mei­er beim 15-km-Ein­zel­ren­nen im schwe­di­schen Östersund.

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