In­nen­mi­nis­ter: NRW „macht prak­tisch Schlei­er­fahn­dung“

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

DÜS­SEL­DORF (hüw) NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) hat mit ei­ner Äu­ße­rung über an­lass- und ver­dachts­lo­se Fahr­zeug­kon­trol­len („Schlei­er­fahn­dung“) hef­ti­ge Kri­tik aus­ge­löst. Auf die Fra­ge, war­um Nord­rhein-West­fa­len im Ge­gen­satz zu an­de­ren Bun­des­län­dern kein Ge­setz zur Schlei­er­fahn­dung nach Kri­mi­nel­len er­las­se, sag­te der Mi­nis­ter dem WDR, dass „es gar nicht er­for­der­lich ist, ei­ne sol­che Schlei­er­fahn­dung ins Ge­setz auf­zu­neh­men, weil wir sie prak­tisch ma­chen“. Dies sei per Er­lass ge­re­gelt. Das Lan­des­kri­mi­nal­amt un­ter­rich­te die Kreis­po­li­zei­be­hör­den, wel­cher Fahr­zeug­typ und „wel­cher Typ Mensch aus wel­chen Län­dern mög­li­cher­wei­se zur Tä­ter­schaft ge­hört“. Das In­nen­mi­nis­te­ri­um teil­te auf An­fra­ge mit, an- hand die­ser Vor­ga­ben kön­ne die Po­li­zei Per­so­nen und Fahr­zeu­ge über­prü­fen, oh­ne dies als Ver­kehrs­kon­trol­le ka­schie­ren zu müs­sen. Mit der Schlei­er­fahn­dung wird seit Mit­te der 90er Jah­re un­ter an­de­rem nach Ter­ro­ris­ten, Dro­gen­schmugg­lern und Men­schen­schlep­pern ge­sucht.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Bo­do Lött­gen sag­te, ein Er­lass kön­ne nie Grund­la­ge für ei­nen Grund­rechts­ein­griff sein. Statt die Öf­fent­lich­keit zu täu­schen und am Par­la­ment vor­bei zu han­deln, müs­se Jä­ger für kla­re recht­li­che Ver­hält­nis­se sor­gen. Ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher be­ton­te, in NRW ge­be es „kei­ne an­lass­lo­se Per­so­nal­über­prü­fung“. Sie er­for­de­re zu vie­le Ein­satz­kräf­te und sei we­ni­ger er­folg­reich als be­haup­tet. Leit­ar­ti­kel

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