Der Auf­wand für die Maut lohnt sich nicht

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON JAN DREBES

Und im­mer wie­der die Maut: Kurz vor dem Par­tei­tag sei­ner CSU konn­te Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt An­fang No­vem­ber stolz ver­kün­den, dass es bei dem Her­zens­pro­jekt der Bay­ern Be­we­gung ge­be. Und kurz vor dem Par­tei­tag der Schwes­ter CDU in der kom­men­den Wo­che ge­lang ihm nun tat­säch­lich der Durch­bruch in Brüs­sel: Die letz­ten eu­ro­pa­recht­li­chen Be­den­ken wur­den aus­ge­räumt, theo­re­tisch steht der Maut nichts mehr im Weg. Ein Do­brindt schei­te­re nicht, hat­te CSU-Chef Horst See­ho­fer mal ge­sagt. Bei der Maut hält sein Zög­ling Wort.

Doch Freu­de ist an­ge­sichts des ge­fun­de­nen Kom­pro­mis­ses wahr­lich nicht an­ge­bracht. Die Ein­nah­men für den deut­schen Fis­kus und da­mit für die Sa­nie­rung ma­ro­der Stra­ßen und Brü­cken wird wohl noch ge­rin­ger aus­fal­len, als bis­her ge­dacht. Da­für sor­gen die zu­sätz­li­chen Ent­las­tun­gen für schad­stoff­ar­me Fahr­zeu­ge. Die­se 100 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den wohl kaum von den leicht an­ge­pass­ten Prei­sen für Kurz­zeit­vi­gnet­ten kom­pen­siert. Und selbst wenn es bei den ge­plan­ten 500 Mil­lio­nen Eu­ro un­term Strich für den Fis­kus blie­be: An­ge­sichts mög­li­cher Brut­to­ein­nah­men von mehr als drei Mil­li­ar­den Eu­ro ist das nur ein Kle­cker­be­trag. Der Auf­wand lohnt kaum. BE­RICHT

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