Hol­lan­de ist ein­sich­tig

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEER­MANN

Frank­reichs so­zia­lis­ti­scher Prä­si­dent wird sich im kom­men­den Jahr nicht zur Wie­der­wahl stel­len. Das scheint nur lo­gisch, wenn man be­denkt, dass nicht ein­mal mehr je­der zwan­zigs­te Fran­zo­se noch Ver­trau­en in sei­ne Po­li­tik hat. Trotz­dem hat­te Hol­lan­de bis zu­letzt durch­bli­cken las­sen, er wol­le noch ein­mal an­tre­ten – sehr zum Ent­set­zen sei­ner Par­tei­freun­de. Dass er nun doch die Reiß­lei­ne ge­zo­gen hat, be­grün­det Hol­lan­de mit der Sor­ge um die Ein­heit des lin­ken La­gers. Und die ist mehr als be­rech­tigt. Schon jetzt bal­gen sich links der Mit­te ein hal­bes Dut­zend Po­li­ti­ker im Ren­nen zum Ely­sée-Pa­last.

Zwar hat Hol­lan­de ges­tern noch ein­mal lang­at­mig die an­geb­li­chen Er­fol­ge sei­ner Amts­zeit auf­ge­zählt. Aber in Wirk­lich­keit ist sei­ne Bi­lanz nie­der­schmet­ternd. Hol­lan­de muss­te er­ken­nen, dass ei­ne er­neu­te Kan­di­da­tur den Fran­zo­sen wie ein Hohn vor­ge­kom­men wä­re. Und wie ei­ne Be­stä­ti­gung für die An­nah­me, dass „die da oben” sich um je­den Preis an ih­re Pf­rün­de klam­mern. Des­we­gen hat der So­zia­list mit sei­nem Ver­zicht nicht nur sei­ner Par­tei, son­dern auch sei­nem Land ei­nen gro­ßen Di­enst er­wie­sen. BE­RICHT

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