Tö­nis­vors­ter hielt Kon­ver­si­on ge­heim

Der mut­maß­li­che Is­la­mist beim Ver­fas­sungs­schutz war Bank­kauf­mann.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON HE­RI­BERT BRINK­MANN

TÖ­NIS­VORST Ehe­ma­li­ge Kol­le­gen sind fas­sungs­los. Sie be­schrei­ben ihn als ei­nen stil­len, net­ten und eher un­auf­fäl­li­gen Men­schen. Jetzt sitzt der 51-jäh­ri­ge ge­lern­te Bank­kauf­mann aus Tö­nis­vorst in Un­ter­su­chungs­haft. Die Staats­an­walt­schaft Düs­sel­dorf wirft ihm vor, ei­ne schwe­re Ge­walt­tat vor­be­rei­tet und Di­enst­ge­heim­nis­se ver­ra­ten zu ha­ben. Der Be­schul­dig­te ar­bei­tet seit April für das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz.

Vor Ort mach­te er ei­ne Bank-Aus­bil­dung. Zu­letzt hat­te er ei­ne füh­ren­de Po­si­ti­on in ei­ner Bank in Kre­feld in­ne. Doch nach 20 Jah­ren im Bank­ge­schäft hat­te er dort auf­ge­hört und sich beim Ver­fas­sungs­schutz be­wor­ben. Er durch­lief ein stren­ges Prüf­ver­fah­ren und wur­de als se­ri­ös ein­ge­stuft. Der Fa­mi­li­en­va­ter, der sich so­zi­al und in der Schu­le sei­ner Kin­der als El­tern­ver­tre­ter en­ga­gier­te, gab bei sei­ner Bewerbung an, er su­che neue Her­aus­for­de­run­gen. So wur­de der Quer­ein- stei­ger zur Be­ob­ach­tung ge­walt­be­rei­ter Is­la­mis­ten vom Ver­fas­sungs­schutz ein­ge­stellt und ei­nem Ob­ser­va­ti­ons­team zu­ge­ord­net. Mit sei­ner Fa­mi­lie leb­te er in dem Ort. Mitt­ler­wei­le ist er ge­schie­den.

In Tö­nis­vorst hat auch der Sala­fist Abu Wa­laa ei­nen Wohn­sitz, an dem des­sen Frau und Kin­der leb­ten. Bei- de Adres­sen lie­gen rund ei­nen Ki­lo­me­ter von­ein­an­der ent­fernt. Als der be­kann­te Pre­di­ger am 8. No­vem­ber in der Nä­he von Hil­des­heim fest­ge­nom­men wur­de, fiel an­schlie­ßend der neue Mit­ar­bei­ter des Ver­fas­sungs­schut­zes auf, weil er erst­mals im In­ter­net is­la­mis­ti­sche Pa­ro­len pos­te­te. Nie­mand in sei­nem Um­feld wuss­te, dass der jetzt Fest­ge­nom­me­ne be­reits vor zwei Jah­ren zum Is­lam kon­ver­tiert war. Auch Nach­barn hat­ten nichts da­von be­merkt.

In ei­nem Chat schlug er vor, Is­la­mis­ten Zu­gang zum Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz zu ver­schaf­fen und so ei­ne Ge­walt­tat ge­gen die „Un­gläu­bi­gen“zu er­mög­li­chen. Auch soll er dort An­läs­se und Or­te von Ein­sät­zen ver­ra­ten ha­ben. Im Chat flog er auf, weil dort eben­falls ein Mit­ar­bei­ter des Ver­fas­sungs­schut­zes ak­tiv war.

Der Sala­fist Abu Wa­laa hat­te in Tö­nis­vorst auch ei­nen Wohn­sitz, an dem sei­ne Fa­mi­lie leb­te

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