Ers­ter Flirt von SPD und Grü­nen mit der FDP in NRW

In der Ein­wan­de­rungs­po­li­tik neh­men die Re­gie­rungs­par­tei­en Ge­sprä­che mit der FDP auf. Die CDU winkt ab.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜS­SEL­DORF FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner schließt ei­ne Am­pel-Ko­ali­ti­on in NRW ka­te­go­risch aus. Vor al­lem die Grü­nen im Land­tag emp­fin­den das als Stig­ma­ti­sie­rung und kri­ti­sie­ren Lind­ners „Aus­schlie­ße­ri­tis“in­tern als de­struk­ti­ven Show-Ef­fekt. Das ist der Hin­ter­grund, vor dem sich jetzt ein über­ra­schen­der An­nä­he­rungs­ver­such der rot-grü­nen Re­gie­rungs­par­tei­en an die Li­be­ra­len ab­spielt: SPD und Grü­ne ha­ben in die­ser Wo­che ei­nen ge­mein­sa­men An­trag auf den Weg ge­bracht, der die Lan­des­re­gie­rung zu ei­ner Initia­ti­ve für ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz auf Bun­des­ebe­ne auf­for­dert. Und la­den aus­ge­rech­net und bis­lang aus­schließ­lich die FDP zur Mit­ar­beit ein: „An­knüp­fend an Ih­re Par­tei­be­schlüs­se zum Wahl­pro­gramm und die Äu­ße­run­gen von Herrn Lind­ner soll­te es doch mög­lich sein, hier­zu ei­ne ge­mein­sa­me Initia­ti­ve zu or­ga­ni­sie­ren“, heißt es in dem Schrei­ben an Lin­ders Vi­ze Joa­chim Stamp. Und wei­ter: „Aus mei­ner Sicht wä­re ein Be­schluss zu­sam­men mit der FDP ein wich­ti­ges Si­gnal in die­sen po­la­ri­sier­ten Zei­ten.“

Ab­sen­der ist als Ar­chi­tek­tin der rot-grü­nen Ein­wan­de­rungs­ge­set­zInitia­ti­ve Mo­ni­ka Dü­ker (Grü­ne), die das Schrei­ben ge­mein­sam mit SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Hans-Wil­li Körf­ges in­iti­iert hat.

Wie re­agiert die FDP? „Wir sind für Ge­sprä­che of­fen“, er­klärt FDPMann Stamp auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on, „hal­ten aber ei­ne Be­tei­li- gung der CDU für not­wen­dig.“Stamp sitzt in der Zwick­müh­le. Denn das Ein­wan­de­rungs­ge­setz, das Rot-Grün vor­schlägt, ist in­halt­lich tat­säch­lich nah an dem, was auch die FDP for­dert: Ein Ge­setz für die ge­re­gel­te Zu­wan­de­rung von Ar­beits­mi­gran­ten oh­ne po­li­ti­sche Asyl­grün­de et­wa in Eng­pass­be­ru­fe, de­ren Be­darf nicht mit in­län­di­schen Fach­kräf­ten ge­deckt wer­den kann. Und da­mit die sys­te­ma­ti­sche Tren­nung vom Asyl­sys­tem, das po­li­tisch Ver­folg­te schützt. Trotz der ähn­li- chen Po­si­tio­nen von FDP, SPD und Grü­nen bei die­sem The­ma fürch­tet die FDP an­de­rer­seits aber ak­tu­ell nichts mehr als Am­pel-Si­gna­le: Die Ab­leh­nung ei­ner rot-gelb-grü­nen Ko­ali­ti­on ist ihr Mar­ken­zei­chen. Auch des­halb wohl Stamps Drän­gen auf Be­tei­li­gung der CDU.

Aber die lehnt ab: „Wir ver­han­deln nicht mit Rot-Grün im Land­tag über ein sol­ches Ge­setz. Das ist rei­ne Show. Wenn die Lan­des­re­gie­rung das über den Bun­des­rat an­schie­ben will, kön­nen die das auch oh­ne uns“, sagt CDU-Par­tei­chef Ar­min La­schet. Tei­le der CDU frem­deln oh­ne­hin mit der Idee ei­nes Ein­wan­de­rungs­ge­set­zes. Al­so ei­ne er­wart­ba­re Po­si­ti­on, wes­halb Ro­tG­rün ex­klu­siv auf die FDP zu­ging.

Ei­ne in­halt­li­che Dif­fe­renz zum rot-grü­nen Vor­stoß be­tont Stamp aber doch: Die FDP wol­le „das Ein­wan­de­rungs­ge­setz ge­mein­sam mit ei­nem neu­en Sta­tus für Kriegs­flücht­lin­ge auf den Weg brin­gen“. Da­von ist in dem rot-grü­nen Plan bis­lang nicht die Re­de. Noch nicht.

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